24.05.12

Euro Dollarkurs sinkt auf 1,2515 nach miserablen Konjunkturdaten

Deutschland bekommt die Auswirkungen der Schuldenkrise zu spüren. Das Ifo Geschäftsklima bricht ein und nährt die Angst, dass es zu einem Ausfall der Wachstumslokomotive kommt. Am Devisenmarkt fällt der Euro Dollarkurs auf 1,2515 und markiert das niedrigste Niveau seit knapp zwei Jahren. Gegenüber dem Schweizer Franken notiert die Gemeinschaftswährung aktuell bei EUR/CHF 1,2009.

„Der Ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Mai stark gefallen“, berichtet der Präsident des Ifo Instituts, Hans-Werner Sinn. Die 7.000 befragten Unternehmen schraubten ihre Beurteilung der aktuellen Lage und ihre Erwartungen nach unten. Das Geschäftsklima sinkt von 109,9 auf 106,9 Zähler.

Auch in der Schweiz kühlt sich die Konjunktur offenbar stärker ab als bisher angenommen. Der eidgenössische Exportüberschuss schmolz überraschend deutlich von 1,58 auf 1,33 Milliarden Franken zusammen. Analysten hatten für den Berichtsmonat April 2012 mit einer Handelsbilanz von 1,75 Milliarden Franken gerechnet.

Anti-Euro-Wetten

„Die europäische Schuldenkrise ist wieder voll im Gange“, sagt der Währungsspezialist Bernd Berg von der Credit Suisse. „Eine steigende Zahl von Fondsmanagern sichere sich gegen einen fallenden Euro ab. Deswegen sehen wir einen weiteren Aufbau von Euro-Short Positionen.“ Hierbei handelt es sich um eine Wette, die in der Gewinnzone landet, wenn der Euro Dollar Wechselkurs sinkt.

An der Terminbörse in Chicago (CME) herrscht derzeit einen Überhang von 173.869 Kontrakten zu Gunsten des Dollars. Im Mai/Juni 2010, als der Euro auf 1,1877 Dollar fiel und die Europäische Zentralbank (EZB) anfing Staatsanleihen klammer Euroländer zu kaufen, waren die Wetten bei 111.945. Die Positionierung an den Terminmärkten würde daher einen Absturz des Euro auf 1,20 Dollar oder darunter rechtfertigen.