21.05.12

Economiesuisse-Präsident Bührer rechnet mit Griechen-Rausschmiss

„Wenn kein Wunder mehr passiert, befürchte ich, dass sich der Austritt nicht mehr vermeiden lässt.“ Dies sagte der Präsident von Economiesuisse, Gerold Bührer, in einem Gespräch mit der Neue Zürcher Zeitung (NZZ). „Die Märkte glauben nicht mehr, dass die Probleme in Griechenland auf dem bisherigen Weg lösbar sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland im Euro bleiben kann, ist geschwunden.“

Die 16 verbleibenden Euroländer haben nach Informationen der Zeitschrift „Spiegel“ den Druck massiv erhöht. Während man vor den Kameras stets bekundet, dass Griechenland im Euroraum bleiben solle, ist hinter den Kulissen von einer letzten Chance die Rede. Können sich die griechischen Politiker nach den Wahlen am 17. Juni 2012 wieder nicht auf eine Regierung einigen, werde man den Geldhahn zudrehen.

Gotthard-Granit

„Jede neue Instabilität in der Euro-Zone ist eine zusätzliche Belastung für die Untergrenze. Man kann nicht ausschließen, dass diese Grenze von den Finanzmärkten noch einmal getestet werden wird. Denn für die Anleger wird die Schweiz als sicherer Hafen noch mehr an Bedeutung gewinnen. Darum ist es so wichtig, dass auch der Bundesrat und die Politik wie ein Gotthard-Granit voll hinter dem Wechselkurs-Ziel stehen, sagte Bührer.

Aktuell steht der Eurokurs bei 1,2011 CHF und tendiert ein wenig noch oben. Gegenüber dem Dollar kann sich die europäische Gemeinschaftswährung deutlich stärker erholen. Das Devisenpaar steigt in den zurückliegenden 24 Handelsstunden um mehr als 1,5 Cents von EUR/USD 1,2642 auf 1,2812.

Der SMI unternimmt einen vorsichtigen Versuch sich aus der Abwärtsspirale zu befreien und klettert um +0,22 Prozent auf 5.810 Zähler. Das deutsche Börsenbarometer DAX steigt von 6.269 auf 6.312 Punkte (+0,69 Prozent). Die Stimmung sei äußerst fragil, weil niemand einschätzen könne, welche Konsequenzen ein Euro-Austritt Griechenlands haben würde, sagen Börsianer.