13.03.12

Teuerung Schweiz 2012: Produzenten- und Importpreise ziehen an

Die Teuerung in der Schweiz ist auf dem Vormarsch. Neben den Konsumentenpreisen werden nun erste Inflationsrisiken auf der Erzeugerebene sichtbar. So befinden sich die Produzenten- und Importpreise seit drei Monaten auf einem Anstiegspfad. Derweil kommt der Euro CHF Kurs nicht vom Fleck und klebt weiterhin zwischen 1,2050 und 1,2060.

Im Februar 2012 erhöhten sich die schweizerischen Erzeugerpreise um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Es ist das größte Plus seit Juni 2008. Damals wie heute spielen Erdölprodukte eine wichtige Rolle. Inzwischen kostet das Nordseeöl Brent wegen der immer besser in Schwung kommenden US-Wirtschaft sowie dem Iran Konflikt wieder mehr als 125 Dollar je Fass (159 Liter).

„Erdöl- und Metallprodukte verzeichneten Preissteigerungen“, meldet das Bundesamt für Statistik (BFS). In diesem Zusammenhang spielt der Dollar Franken Wechselkurs eine wichtige Rolle. In den letzten sieben Monaten hat die US-Währung gegenüber dem Schweizer Franken um 30 Prozent aufgewertet. Der Dollarkurs kletterte von 0,7070 auf aktuell 0,9195 CHF.

Rohöleinfuhren

Durch die Abwertung des Frankens müssen Schweizer Ölimporte deutlich mehr auf den Tisch legen, um sich auf dem Weltmarkt mit Rohöl einzudecken. Darüber hinaus sind für den steilen Anstieg der Monatsteuerung bei den Produzenten- und Importeuren höhere Preise für chemische- und pharmazeutische Produkte verantwortlich, teilt das BFS mit.

Wenn die Schweizer Teuerung weiter steigt, dann könnte sich die Verteidigung des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank schwieriger gestalten. Derzeit haben die eidgenössischen Währungshüter kein Problem mit der Durchsetzung der Wechselkursuntergrenze bei EUR/CHF 1,2000 und können Inflationsgefahren sogar reduzieren.

Besonders gefährlich erscheint eine Stagflation, wie man sie derzeit im Euroraum vorfindet. In den 17 Euroländern klettern die Verbraucherpreise mit einer Geschwindigkeit von 2,7 Prozent, während das Wirtschaftswachstum stagniert. Etwas Ähnliches könnte auf die Schweiz zukommen. Sollte gleichzeitig die Schuldenkrise wieder aufflammen, weil Spanien seine Defizitversprechen nicht einhält, müsste sich die SNB zwischen Mindestkurs oder Inflationsgefahren entscheiden.