18.03.12

Schweizer Immobilienpreisentwicklung wird immer bedrohlicher

„Es gibt vermehrt Anzeichen von Ungleichgewichten am Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkt für Wohnliegenschaft“, schreibt die Schweizerische Nationalbank (SNB) in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 15. März 2012. Die explizite Warnung vor einer Überhitzung der Häuserpreise zeigt, dass die Währungshüter nicht nur an der Wechselkursfront kämpfen.

Die Anzahl der neu erstellten Wohnungen erhöhte sich im vierten Quartal 2011 um 5 Prozent, meldet das Bundesamt für Statistik. Bei den Baugenehmigungen gab es ein Plus von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Bauboom und die steigenden Mieten waren auch ein Hauptgrund, warum die Teuerung im Februar auf 0,3 Prozent kletterte.

Auffällig ist, dass die Nationalbank in ihrer vorletzten Lagebeurteilung vom Dezember 2011 die drohende Überhitzung am Immobilienmarkt nicht einmal ansatzweise erwähnte. Die SNB dürfe sich nicht wundern über die Ungleichgewichte, weil sie die Wirtschaft mit einem künstlich unterbewerteten Franken füttert, meint der Devisenexperte Stephen Gallo von Schneider Foreign Exchange.

Gallo spielt auf die Wechselkursmanipulation an, welche die Nationalbank durch den Mindestkurs vornimmt. Wenn nur Angebot und Nachfrage den Devisenkurs bestimmen würde, dann stünde der Eurokurs nach diese Theorie derzeit bei 1,02 CHF. Dass der gleichgewichtige Wechselkurs basierend auf der Kaufkraftparität zwischen 1,35 und 1,40 CHF liegt, spielt für den Währungsprofi in diesem Zusammenhang keine Rolle.

Unterdessen legt der Schweizer Franken gegenüber dem Euro und Dollar wieder zu. In den letzten drei Handelstagen fiel der Eurokurs von 1,2145 auf 1,2058 CHF (-0,72 Prozent). Der Dollarkurs sank von 0,9330 auf 0,9150 CHF (-1,93 Prozent). Gold kommt vorerst nicht auf die Beine und steht bei 1.660 Dollar. Vor drei Wochen kostete die Feinunze noch 1.792 Dollar.