22.03.12

Frankenstärke und Euro-Schuldenkrise wie Phoenix aus der Asche

Es droht ein neues Aufflammen der Schuldenkrise. Desaströse Konjunkturdaten aus der Eurozone machen den Schweizer Franken wieder stärker. Der Eurokurs CHF kehrt nach seinem letztwöchigen Ausflug auf 1,2145 zu der Marke von 1,2050 zurück. Gleichzeitig weiten sich die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen aus und der Dax kracht unter 7.000 Punkte.

„Die deutsche Wirtschaft verliert im März weiter an Dynamik“, meldet der globale Anbieter von Wirtschaftsinformationen, Markit, im Rahmen der Veröffentlichung seiner Einkaufsmanagerindizes (PMI). „Auftragsverluste und ein beschleunigter Kostenanstieg sorgen für einen verlangsamten Jobaufbau.“ Wenn die bisherige Wirtschaftslokomotive Deutschland ausfiel, sehe es ganz düster aus für den Euroraum, sagen Marktbeobachter.

Die lodernde Schuldenkrise könnte neuen Zündstoff bekommen, wenn die Bilder des für den 29. März 2012 geplanten spanischen Generalstreiks um die Welt gehen. Die Gewerkschaften und ihre Anhänger wollen gegen Arbeitsmarktreformen und Kürzungen von Sozialleistungen protestieren. In Spanien liegt die Arbeitslosenrate mit 22,6 Prozent über der von Griechenland.

Abkopplung

Unterdessen kann die Schweiz durch ein robustes Außenhandelsergebnis überzeugen. Die Handelsbilanz schloss im Februar mit einem Exportüberschuss von 2,7 Milliarden Franken, berichtet das Bundesamt für Statistik (BFS). Die Erwartungen der Analysten, welche bei 1,97 Milliarden Franken gelegen hatten, wurden deutlich übertroffen.

Die Schweiz wird für dieses Jahr voraussichtlich ein Wirtschaftswachstum „von gegen 1 Prozent“ schaffen, meint die Nationalbank. Neben der robusten Exportentwicklung, lassen sich die Konsumenten durch die Schuldenkrise nicht die Laune verderben. Schweizerinnen und Schweizer importierten acht Prozent mehr Personenwagen und 31 Prozent mehr Juwelierwaren, meldet das BFS.

Grundsätzlich schmälern steigende Importe den Exportüberschuss, wodurch sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. Allerdings wird dieser Effekt durch den inländischen Konsum wettgemacht, dessen Anteil am Bruttoinlandsprodukt stetig steigt und so für ein ausgewogeneres gesamtwirtschaftliches Wachstum sorgt.