23.03.12

Risikoaufschläge drücken Eurokurs aktuell auf 1,2053 CHF

Die Risikoaufschläge für spanische- und italienischen Staatsanleihen ziehen wieder an. Gleichzeitig setzt der Euro gegenüber dem Schweizer Franken seine Talfahrt fort. Zwar fallen die Verluste nicht mehr so happig aus wie in der Vorwoche. Jedoch zeigt die Tendenz nach unten und so fällt der Eurokurs auf 1,2053 CHF. Am 14. März 2012 stand das Devisenpaar noch bei EUR/CHF 1,2145.


„Spanien ist das Schlüsselland, das mir am meisten Sorge bereitet“, sagte Willem Buiter in seiner Funktion als Chefvolkswirt der Citigroup auf Bloomberg Radio. „Die viertgrößte Volkswirtschaft des Euroraums hat sich auf die falsche Seite des Spektrums bewegt. Das Risiko eines Schuldenschnitts ist größer denn je zuvor“, warnte Buiter, der vor seiner Tätigkeit bei der Citigroup im Offenmarktausschuss der Bank von England gesessen hatte.

Umlaufrenditen für zehnjährige Staatsanleihen des Königreichs Spaniens stiegen in den letzten drei Wochen von 4,87 auf 5,53 Prozent. In Italien gab es einen Anstieg von 4,95 auf 5,15 Prozent. Die Sparanstrengungen von Regierungen tendierten dazu nachzulassen, wenn die Volksvertreter keine extreme Schwierigkeiten vorfinden würden, ihre Defizite zu finanzieren, erläuterte Buiter.

An den Finanzmärkten hat der seit November im Amt befindlich Ministerpräsident Spaniens, Mariano Rajoy, einen großen Teil seiner Glaubwürdigkeit verspielt. Während des Wahlkampfes betonte Rajoy stets die Defizitvorgaben „auf jeden Fall“ einzuhalten. In der Zwischenzeit musste er Brüssel darum bitten, das ursprüngliche Neuverschuldungs-Ziel für den Haushalt 2012 von 4,4 auf 5,3 Prozent der Wirtschaftsleistung nach oben zu setzen.

Beobachtet man die Reden und Fernsehauftritte Rajoys, so kann man den Eindruck gewinnen, dass er bereits nach vier Monaten Amtsmüde ist. Im spanischen Parlament kolportiert er mit seinem Rücktritt, welcher nach seinen Mutmaßungen das Land in noch viel größere Schwierigkeiten bringen würde. Wegen dem falschen Defizit-Versprechen bestehen große Zweifel, ob Rajoy überhaupt die notwendigen Reformen durchsetzen kann, die zu mehr Wettbewerb und Beschäftigung führen.