20.03.12

Durch Mindestkurs kann Industrieproduktion um +7,9% zulegen

Die Schweizer Industrieproduktion erhöhte sich im vierten Quartal 2011 um +7,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Mit einem so kräftigen Anstieg hatte kaum ein Analyst gerechnet. Die Finanzmarktexperten gingen von einem leichten Zuwachs in der Größenordnung von +0,4 Prozent aus. Die robusten Zahlen können auf die Einführung des Mindestkurses zurückgeführt werden, durch den sich die Planungssicherheit vieler Unternehmen verbesserte.

Gegenüber dem Schweizer Franken steht der Eurokurs aktuell bei EUR/CHF 1,2057. Die Kursbewegungen sind winzig. Sein Tagestief erreichte das Devisenpaar bei EUR/CHF 1,2055, das Tageshoch befindet sich bei 1,2069. Im Vergleich zum August 2011, als der Eurokurs ein Rekordtief bei 1,0075 CHF markierte, hat die europäische Gemeinschaftswährung um +19,7 Prozent aufgewertet.


Befürworter der Mindestkurs-Politik machen die Schweizerische Nationalbank für die robuste Industrieproduktion im vierten Quartal 2012 verantwortlich. Durch die am 6. September 2011 festgelegte Wechselkursuntergrenze bei EUR/CHF 1,20 habe man die große Verunsicherung, die im August 2011 von der Euro-Franken-Parität bei Unternehmen und Verbrauchern vorherrschte, beseitigt.

Im dritten Quartal 2011 sank die Industrieproduktion der Eidgenossenschaft um -2,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Detailhandelsumsätze lagen im August 2011 um -1,4 Prozent niedriger als August 2010. Die Nationalbank spricht in ihrer aktuellen Lagebeurteilung, dass die Untergrenze bei EUR/CHF 1,20 die Wechselkursvolatilität verringerte und den Unternehmen Planungssicherheit gegeben habe.

Allerdings befinde sich die Schweizer Industrie weiterhin in einer schwierigen Situation, schreiben die Experten des Bundesamtes für Statistik. Im Vergleich zum vierten Quartal 2010 sank nämlich die Produktion um -1,4 Prozent. Die Auftragseingänge fielen um -2,0 Prozent.