29.03.12

Anhaltende Frankenstärke sorgt für Ernüchterung bei der SNB

Am Devisenmarkt beendet der Eurokurs eine kurze Stärkephase bei 1,2065 CHF. Die Gemeinschaftswährung rutscht gegenüber dem Schweizer Franken auf ihre Lieblings-Marke bei EUR/CHF 1,2050 zurück. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) zeigte sich bereits enttäuscht über die andauernde Frankenstärke. Was soll bloß passieren, wenn das gute Aktienmarktumfeld zur Neige geht?

Das Direktoriumsmitglied der SNB, Jean-Pierre Danthine, äußerte sich auf dem Geldmarkt-Apéro ein wenig enttäuscht über die anhaltende Frankenstärke. Danthine war in die Kritik geraten, nachdem eine heikle Devisentransaktion bekannt wurde. Allerdings konnte er sich im Dreier-Direktorium der Nationalbank halten und musste nicht wie Philipp Hildebrand zurücktreten.

Bisher kann die Nationalbank den Mindestkurs bei EUR/CHF 1,2000 recht mühelos durchsetzen. Die Finanzmärkte erachten die Untergrenze offenbar als fundamental angemessen. So musste die SNB in den letzten Monaten keine neuen ausländischen Devisenreserven anhäufen, um die Wechselkursuntergrenze zu verteidigen.

SNB Devisenreserven (in Milliarden Sfr)

Vielmehr konnte Interims-Präsident Thomas Jordan, der als heißester Anwärter auf den dauerhaften SNB-Chefposten gilt, nachdem die Überprüfung seiner privaten Finanzgeschäfte keinerlei auffälligen Transaktion zu Tage brachte, Devisenpositionen verkaufen. Ob man die Notenbankbilanz weiter ausdünnen kann, wird sich in der nächsten Woche zeigen.

Am 5. April 2012 wird die SNB die Höhe ihrer aktuelle Devisenreserven bekannt geben. Zuletzt betrug der Gegenwert ausländischer Währungen in den Tresoren der SNB 225 Milliarden Franken. Die verbesserte Risikobereitschaft und die Beruhigung der Finanzmarkturbulenzen könnte die Nationalbank genutzt haben, um ihre Reserven auf 220 Milliarden Franken herunter zu schrauben.