28.03.12

Schuldenkrise ist beinahe gemeistert, sagt Italiens Premier Monti

„Die Eurozone ist durch eine schwere Krise gegangen. Ich glaube, dass die Schuldenkrise kurz vor ihrem Ende steht“, sagt Italiens Premier Mario Monti bei einer Rede in Tokio. Unterdessen gelingt es dem Eurokurs ein wenig Boden gutzumachen und so steigt sein Gegenwert zum Schweizer Franken auf 1,2062. Gegenüber dem Dollar klettert die Gemeinschaftswährung auf EUR/USD 1,3373.

Er hoffe, dass die Ansteckungseffekte innerhalb der Eurozone demnächst der Vergangenheit angehörten, weil die Euroländer nun mehr Haushaltsdisziplin walten ließen und die Rettungsschirme gestärkt werden würden. In Bezug auf Spanien erklärte Monti, dass es keine Ansteckungswellen aussende und sich auf einem gesunden Fiskalkurs befinde.

„Für Griechenland sind die Probleme vollständig vorbei. Ich glaube nicht, dass es Anzeichen dafür gibt, dass das Eurosystem zusammenbrechen oder schwerwiegend unter der Lage in Griechenland leiden werde“. Dies sagte Romano Prodi im März 2010 bei einem Interview in Shanghai (Quelle: Bloomberg).

Prodi war italienischer Premierminister zwischen 2006-2008 und Präsident der EU-Kommission. Als Prodi ein Ende der Schuldenkrise herbei reden wollte, lehnte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Hilfspaket für Griechenland strikt ab. Sie wurde anschließend durch den damaligen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, umgestimmt.

Risikoaufschläge

Ein nüchterner Blick auf die Risikoaufschläge für Staatsanleihen bestätigt den Eindruck Montis nicht. Vielmehr sieht es danach aus, dass sich der renommierte Mailänder Wirtschaftsprofessor, wie sein Vorgänger, irren könnte. Zehnjährige Staatsanleihen Italiens rentieren aktuell bei 5,10 Prozent. Der Zinsabstand (Spread) zu deutschen Bundesanleihen, die bei 1,88 Prozent liegen, beträgt 3,22 Prozent.

Anfang Juni 2010, auf dem ersten Höhepunkt der Schuldenkrise, als der Eurokurs auf 1,1877 Dollar in den Keller rauschte, hatte der Spread zwischen italienischen- und deutschen Staatsanleihen bei 1,65 Prozent gelegen. Im Herbst 2011, als man Berlusconi aus dem Amt drängte, war der Zinsabstand bei 4,94 Prozent.