06.02.12

Eurokurs heute sinkt auf 1,2065 CHF und ist wieder im Abwärtssog


Vor der Veröffentlichung der Devisenstatistik gibt der Euro seine mühsam erkämpften Gewinne wieder ab. Der Schweizer Franken kann den Eurokurs auch auf 1,2065 CHF zurück drängen, weil Griechenland mit einem Bein in der Staatspleite steht. Derweil warten Währungsspezialisten mit Spannung auf eine Rede des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, sowie Rückschlüsse über den Umfang der Euro-Käufe zur Aufrechterhaltung des Mindestkurses.

Jordan wird seine Rede mit dem Titel: „Schweizer Geldpolitik in unsicheren Zeiten“ bei der amerikanisch-schweizerischen Handelskammer in Genf voraussichtlich dazu nutzen, um für den Mindestkurs zu werben. Gleichzeitig veröffentlicht die SNB ihre Fremdwährungspositionierung, die Aufschluss über den Interventionsumfang geben wird. Die Fremdwährungsreserven in den Tresoren der SNB hatten Ende Dezember 2011 einen Gegenwert von 262 Milliarden Franken.

Ende November 2011 hatten sich die zur Verteidigung angehäuften, in erster Linie in Euro denominierte Reserven, auf 239 Milliarden Franken belaufen. Der monatliche Anstieg von 239 auf 262 Milliarden Franken (+9,62 Prozent) bestärkte die Kritiker der Wechselkursuntergrenze. Wenn es in dieser Geschwindigkeit weiterginge, dann würden die Währungsreserven bis Ende 2012 auf über 700 Milliarden Franken anschwellen. Angesichts des Schweizer Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 370 Milliarden Franken, entstünde ein unkalkulierbares Klumpenrisiko.

Es ist fast unmöglich, dass Geld wieder zurück in die Zahnpastatube zu drücken. Die Liquidität muss irgendwo hinfließen, was bereits durch die stark steigende Immobilienpreisentwicklung in vielen Schweizer Kantonen deutlich wird. Noch ist das Geld zwar kaum in die Realwirtschaft eingesickert, wie die Teuerung von -0,7 Prozent zeigt. Allerdings könnte sich dies schlagartig ändern, so dass die Schweiz im nächsten Jahr um diese Zeit vor großen Inflationsrisiken stünde.

Schwere Geschütze bei der Verteidigung der Wechselkursuntergrenze muss die Nationalbank wohl auffahren, wenn sich Griechenland in die Staatspleite hineinverhandelt. Der geplante Schuldenschnitt ist weiterhin höchst ungewiss. Von katastrophalen griechischen Zuständen spricht die Troika in ihrem jüngsten Bericht, schreibt die Bild-Zeitung. Geforderte Reformen, wie die Kürzung des Mindestlohns und die Streichung des 13. und 14. Monatsgehaltes werden von tragenden Kräften der Übergangsregierung bekämpft.