07.02.12

SNB erteilt weichem Mindestkurs von EUR/CHF 1,20 klare Absage

„Die Schweizerische Nationalbank (SNB) toleriert am relevanten Interbankenmarkt keinen Geschäftsabschluss unter dem Mindestkurs von EUR/CHF 1,20“, sagt der interimistische SNB-Chef Thomas Jordan. Damit erteilt er Mutmaßungen einer „weichen Untergrenze“ eine klare Absage. Die 105-jährige Notenbank wird auch im Tageshandel (Intraday) auf die strikte Einhaltung ihres Mindestkurses achten.

Nach den Jordan-Bemerkungen im Rahmen einer Rede „Schweizer Geldpolitik in unsicheren Zeiten“ bei der Schweizer-Amerikanischen Handelskammer in Genf, steigt der Eurokurs auf 1,2084 CHF. Der Schweizer Franken verbilligt sich auf 82,75 Euro-Cents und steht so niedrig wie zuletzt am 27. Januar 2012.

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„Wir werden den Mindestkurs mit aller Entschlossenheit verteidigen. Dies gilt jederzeit, vom Augenblick der Eröffnung der Börsen am Montag in Sydney bis zum Börsenschluss in New York am Freitag“, erläutert Jordan. Man sei darauf vorbereitet unbeschränkt Devisen zu kaufen, um den Mindestkurs durchsetzen, droht der SNB-Gouverneur Spekulanten, die auf einen Bruch der Untergrenze wetten.

Die Schweizerische Nationalbank nimmt das Zepter in die Hand und will sich bei ihren Devisenmarktinterventionen nicht behindern lassen. Authentischer werden Jordans Drohgebärden gegenüber den Hedge Fonds Manager dieser Welt, durch eine Verringerung der Devisenbeständen. So fielen die Fremdwährungsreserven der Nationalbank von 254,25 auf 227,21 Milliarden Euro zwischen Ende Dezember 2011 und Ende Januar 2012.

Einige Händler meinen, dass die SNB mittlerweile zum weltweit größten Hedge Fonds geworden ist, mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 200 Milliarden Franken. Wie die Notenbanker die freie Bildung von Wechselkursen manipulieren und gleichzeitig mit ihren eigenen Devisenreserven jonglieren, sei genau das gleiche, was Hedge Fonds tun.

Wenn der Eurokurs jetzt steigen sollte und die Währungsreserven der SNB einen Aufwertungsgewinn erfahren, können sich die staatlichen Anteilseigner (Kantone) nach dem Verlustjahr 2010 über eine erhöhte Gewinnausschüttung freuen. Allerdings lässt das Nationalbankgesetz nur eine maximal Dividende von sechs Prozent zu.