04.02.12

Berner Regierung erneuert Treuschwur auf den SNB Mindestkurs

„Der Mindestkurs bei EUR/CHF 1,20 ist notwendig und die absolute Grenze“, teilen die wichtigsten Schweizer Parteien nach einer Sitzung der Fraktionsvorsitzenden mit. Damit rollen Schweizerische Volkspartei (SVP), Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) und Sozialdemokratische Partei (SP) der Nationalbank den roten Teppich aus für umfangreichere Devisenmarktinterventionen.

Dies könnte SNB-Präsident Thomas Jordan zum Anlass nehmen, um die Notenpresse noch schneller laufen zu lassen. Die Schweizerische Nationalbank agierte in den letzten Wochen passiv bei der Verteidigung der Wechselkursuntergrenze. Durch das grüne Licht von den politischen Entscheidungsträgern könnte man nun zu einem aktiven Interventionsstil übergehen.

Währungsspezialisten kritisieren die abgedroschene Rhetorik der SNB, die aufgrund der ständigen Wiederholungen immer unglaubwürdiger wird. Statt Worten will man Taten sehen. Ein Dorn im Auge vieler Marktbeobachter, die einen stärkeren Euro und schwächen Frankenkurs favorisieren, ist die unmittelbare Nähe der aktuellen Währungsnotierungen zur Untergrenze.

So ließ Jordan den Eurokurs am Mittwoch auf 1,2032 CHF gewähren (Fünf-Monats-Tief). Es fehlte nicht mehr viel zum Erreichen der Wechselkursuntergrenze, durch die Verkaufsaufträge (Stop-Loss) von mehr als 20 Milliarden Franken losgetreten werden würden, berichtet cash.ch. Durch das Auslösen dieser Aufträge würde sich die Talfahrt intensivieren. Es könnte sodann zu einem vorübergehenden Taucher auf EUR/CHF 1,1500 kommen, meinen Händler.

Aktuell steht der Euro ein wenig fester da und notiert bei 1,2078 gegenüber dem Schweizer Franken. Die steigende Risikobereitschaft an den Finanzmärkten nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichtes kommt der krisengeschüttelten Einheitswährung zugute. So sorgt die USA-Wirtschaft in der Finanzwelt für einen Paukenschlag.

Die Arbeitslosenquote verringert sich überraschend von 8,5 auf 8,3 Prozent. Analysten haben eine solch positive Entwicklung nicht kommen sehen. Der Beschäftigungsaufbau in Höhe von 243.000 Stellen überragt die Prognosen der Finanzfachleute um 93.000. Neben Euro Franken kann auch der Dollarkurs CHF wieder zulegen. Das Devisenpaar steigt im Wochenverlauf von USD/CHF 0,9118 auf 0,9235 (+1,28 Prozent).