23.01.12

Unia Gewerkschaft fordert Mindestkurs-Anhebung auf EUR/CHF 1,40

„Die Nationalbank muss nun rasch eine Wechselkursuntergrenze von Euro Franken 1,40 festlegen und diese entschieden verteidigen“, fordert die Unia Gewerkschaft. Durch den starken Schweizer Franken seien in der Eidgenossenschaft Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr, erläutern rund 120 Delegierte der Unia-Industriekonferenz in einer Medienmitteilung vom 20. Januar 2012.

Aktuell steht der Eurokurs bei 1,2075 CHF und verlangt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) höchste Aufmerksamkeit ab. So ist die Wechselkursuntergrenze bei EUR/CHF 1,2000 weniger als ein Rappen bzw. nur 0,63 Prozent entfernt. Die eidgenössische Währung wird immer teurer und kostet aktuell 0,8282 Euro. Anfang Dezember 2011 betrug ihr Gegenwert 0,8037 Euro.

Die Vertreter der Arbeitnehmerschaft befürchten eine Abwanderungswelle von Schweizer Unternehmen. Den starken Schweizer Franken könnten vielen Firmen als Anlass oder Vorwand nehmen, um Arbeitsplätze in den Osten auszulagern. So kritisierten die Gewerkschaftler eine Tagung des Arbeitgeberverbands Swissmem, auf dem Ratschläge gegeben sein sollen, wie man die Beschäftigung ins Ausland verschiebe.

Inflationsgefahren

Unter Ökonomen dürfte die Forderung den Mindestkurs von EUR/CHF 1,20 auf 1,40 zu erhöhen auf Tabe Ohren stoßen. Das gesamtwirtschaftliche Risiko für die Schweiz würde sich drastisch erhöhen, weil die Fremdwährungsreserven der SNB das eidgenössische Bruttoinlandsprodukt (BIP) übersteigen würden.

Wenn die Geldmenge von mehr als 500 Milliarden Franken beginnt in die Realwirtschaft einzusickern, gäbe es ein Böses Erwachen bei der Teuerung. Diese liegt zwar derzeit bei -0,7 Prozent und birgt Deflationsgefahren. Allerdings zeigen Deviseninterventionen der Vergangenheit, dass sich der Inflationsdruck mit einer Verzögerung von zwei bis drei Jahren schlagartig aufbaut.