22.01.12

Die Eurokurs CHF Politik der SNB ist weder Fisch noch Fleisch


Der Schweizer Franken knechtet den Eurokurs. So muss die Gemeinschaftswährung unter der Marke von 1,21 Franken verharren und steht aktuell bei 1,2082. Zwar bekräftigt die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs mit aller Macht zu verteidigen. Der interimistische SNB-Chef Thomas Jordan spricht in diesem Zusammenhang die Untergrenze bei EUR/CHF 1,2000 mit aller Konsequenz durchzusetzen.

Allerdings sorgt das tatsächliche Verhalten der Nationalbank bei vielen Währungsexperten für Kopfschütteln. Warum drucken die Geldpolitiker nicht mehr Franken und schleudern sie auf den Devisenmarkt? Die SNB könnte so den Eurokurs über 1,23 CHF nach oben befördern und schüfe mehr Platz für vage Ereignisse wie eine Griechenland-Pleite.

Die negative Teuerung in der Schweiz mit -0,7 Prozent vergrößert den Handlungsspielraum für Devisenmarktinterventionen. Der Deflationsdruck wäre noch höher, wenn der Eurokurs bei 1,0000 CHF oder darunter läge, sagte Jordan der NZZ. Die Einführung des Mindestkurses habe diese Abwärtsrisiken zwar reduziert. Jedoch könne es zu weiteren negativen Erschütterungen kommen.

Für die Euro Kursentwicklung gibt es seit Wochen nur eine Richtung, nämlich die nach unten. Der Eurokurs fiel von 1,2443 auf 1,2069 CHF (-3,01 Prozent) zwischen dem 7. Dezember 2011 und dem 20. Januar 2012. Den Dollarkurs CHF ereilt aktuell das gleiche Schicksal. So sank der Greenback in den letzten vier Handelstagen von USD/CHF 0,9575 auf 0,9345 (-2,40 Prozent).