26.01.12

Mini-Mindestkurs bei Euro 1,2060 CHF in Gefahr nach Fed-Sitzung

Der Eurokurs fällt während des europäischen Handelsgeschehens auf 1,2065 CHF. Damit befindet sich die Gemeinschaftswährung in unmittelbarer Nähe des von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) inoffiziell festgelegten Mindestkurses. Die Verteidigungshändler der SNB haben bei EUR/USD 1,2060 eine zweite Barrikade aufgebaut, um die offizielle Wechselkursuntergrenze bei EUR/CHF 1,2000 bessert verteidigen zu können.

Unterdessen sorgt die US-Notenbank Fed für eine kräftige Verwässerung des Dollars. Euro und Schweizer Franken werten weiter auf gegenüber der US-Währung, nachdem Fed-Chef Bernanke bekannt gab, den US-Leitzins bis weit ins Jahr 2014 extrem niedrig zu lassen. So steigt das Devisenpaar EUR/USD auf 1,3174 und erreicht den höchsten Stand seit dem 21. Dezember 2011.

Der Schweizer Franken drückt den Dollar auf USD/CHF 0,9162. Vor neun Tagen notierte der Wechselkurs noch bei 0,9574. Nicht nur mit dem Versprechen die US-Leitzinsen für mindestens zwei weitere Jahre bei 0-0,25 Prozent zu belassen sorgt die Fed für einen Paukenschlag. Gleichzeitig sagte Bernanke in ungewohnter Deutlichkeit, dass die Option einer dritten quantitativen Lockerung (QE3) auf dem Tisch liege.

FSB warnt vor Immobilienblase

Die Anbindung des Frankens an den Euro könnte zu einer Überhitzung der Schweizer Wirtschaft führen, meldet das bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIS) angesiedelte Financial Stability Board (FSB). Die Wechselkursuntergrenze in Verbindung mit niedrigen Zinsen und einer exzessiven Kreditvergabe verursache Ungleichgewichten auf dem Immobilienmarkt.

Selbst die Schweizerische Nationalbank (SNB) warnt seit geraumer Zeit regelmäßig vor Überhitzungen des Häusermarktes. Die Geldpolitik sei jedoch derzeit nicht in der Lage darauf zu reagieren, sagte der interimistische SNB-Präsident Thomas Jordan bereits vor einem Monat.