07.01.12

Die Doppel-Moral des Chefredakteurs der Weltwoche, Roger Köppel

„Durch den Ankauf des Diebesguts, so sehen es die meisten Schweizer, macht sich Deutschland zum Hehler“, schreibt der Chefredakteur der Weltwoche, Roger Köppel, in einem Gastbeitrag bei stern.de am 2. Februar 2010. Damals bewilligte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble den Ankauf einer Steuer-CD mit deutschen Kundendaten. Das kriminelle Vorgehen der Bundesregierung prangerte Köppel seinerzeit auch in deutschen Talkshows wie „hart aber fair“ an.

Als Chefredakteur der Weltwoche nutzte Köppel nun illegal beschaffte Kontoauszüge über den Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand. Sein Informant, nämlich der Entweder der Kontoauszüge bei der Bank Sarasin, den die Weltwoche nach Stasi-Manier als informellen Mitarbeiter „Deep Throat II“ taufte, hat offenbar nicht die Wahrheit gesagt. Köppel rudert bereits zurück. Es ist auch nicht mehr die Rede von verschiedenen, voneinander unabhängigen Quellen.

Gier diktiert das Recht

Die Gier und der Eifer nach einem medienträchtigen Sturz von SNB-Präsident Hildebrand waren bei Köppel offenbar so ausgeprägt, das er seine sauber exerzierten Prinzipien über Hehlerei und dem Einlassen mit Verbrechern über Bord warf. Auch taugt die Ausrede, dass man durch den Sturz Hildebrands einen Schaden von der Schweiz abwenden wolle, nichts. Schäuble könnte ebenso argumentieren, dass er Schaden vom deutschen Volk abwenden muss, dem ohne eine konsequente Erhebung des Steueraufkommens griechische Verhältnisse drohten.

Das journalistische Handwerk beherrscht Köppel und sein Journalist Paul Engeler, der Hildebrand als Gauner und Lügner bezichtigte, offenbar nicht so wie es ein sollte. Wie man sauber recherchiert und ordentliche Arbeit abliefert, zeigt aktuell die Bild-Zeitung bei der Affäre des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff. Roger Köppel stellte in seinem Gastbeitrag vor zwei Jahren ganz richtig fest: „Die deutsche Regierung erwägt ernsthaft, sich mit einem Verbrecher…einzulassen. Die Gier diktiert das Recht.“ Leider auch in der Schweiz.