28.01.12

Deutsche Bank erwartet heftige Euro Franken Deviseninterventionen

„Die Schweizerische Nationalbank (SNB) könnte den Franken aggressiv verkaufen in den nächsten Tagen“, prognostiziert der Devisenexperte George Saravelos von der Deutschen Bank. Bisher verteidigt die Nationalbank den Mindestkurs in einer passiven Art und Weise. So trägt man in erster Linie dafür Sorge, den Kurs über EUR/CHF 1,2060 zu stabilisieren. Es wird jedoch nichts getan, um die Euro Kursentwicklung wieder Richtung 1,2500 CHF zu befördern.

Diese dürfte sich nun ändern, erläutert Sarvalos gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dabei könne die Schweizerische Nationalbank durch aggressive Interventionen Investoren auf ihre Seite bringen. Diese Marktteilnehmer würden sich im Windschatten der SNB wohler fühlen, die eidgenössische Währung ebenfalls zu verkaufen. Dabei bestimme das Handeln der Nationalbank die Denkweise und Erwartungen der Anleger über die zukünftige Kursentwicklung des Euros zum Schweizer Franken, meint Sarvalos.

Aktuell steht der Eurokurs bei 1,2061 CHF und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Mindestkurs bei 1,2000. Im späten Freitagshandel fiel der Wechselkurs zeitweise auf EUR/CHF 1,2055 und stand damit so tief wie zuletzt am 20. September 2011. Anschließend konnte sich die europäische Gemeinschaftswährung ein wenig erholen und schloss hauchdünn über dem Mini-Mindestkurs bei EUR/CHF 1,2060.

Stiglitz lobt SNB

„Die Einführung der Wechselkursuntergrenze durch die SNB war ein richtiger Schritt“, sagte der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz in einem Interview mit cash.ch. Man dürfe es den Kapitalmärkten nicht erlauben Devisenkurse zu stören, so dass Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit verlören. Die Euro Franken Koppelung scheine zu funktionieren, stellte Stiglitz fest.