08.12.11

EZB Leitzins runter auf 1,00%, Eurokurs rauf auf 1,2380 CHF

Super-Mario sorgt für den zweiten Paukenschlag seiner Amtszeit. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, senkt den Leitzins aktuell um 0,25 auf 1,00 Prozent. Der Eurokurs steigt anschließend von 1,2353 auf 1,2380 CHF. Investoren wetten auf eine Beilegung der Schuldenkrise durch billiges Geld. Dass der Euroraum durch niedrigere Zinsen unattraktiver wird, beeinflusst den Wechselkurs vorerst nicht.

Die EZB Leitzinsentwicklung befindet sich im Sinkflug. Obwohl die Inflation in der Eurozone bei 3,0 Prozent liegt, senkten die Währungshüter abermalig den Schlüsselzins. So hatte bereits eine Verringerung im November 2011 für einen Paukenschlag gesorgt, weil kaum jemand damit gerechnet hatte, dass Draghi gleich bei seinem Amtsantritt an den Zinsschraube drehen würde.

Während die Aktienmärkte zunächst verhalten auf die Leitzinsentwicklung im Euroraum reagieren, macht der Goldpreis einen Satz nach oben. Die Feinunze klettert auf 1.610 Franken und ist um 27 Franken teurer als zum Wochenauftakt. Der Goldkurs in Euro überspringt die Marke von 1.300 Euro und macht sich auf den Weg das Rekordhoch vom 12. September 2011 bei 1.375 Euro herauszufordern.


Etwa eine Stunde nach dem Leitzins-Coup der Europäischen Zentralbank (EZB) geht es mit dem Eurokurs rapide bergab. In wenigen Minuten fällt der Wechselkurs auf 1,2345 CHF. Investoren kehren dem Euroraum den Rücken und suchen in der Schweiz einen Brückenkopf, um ihre Geld zu sichern. Die Inflationsraten laufen diametral auseinander.

So steigen in der Eurozone die Konsumentenpreise mit einer Geschwindigkeit von 3,0 Prozent auf Jahressicht. In der Schweiz ist die Teuerung 2011 mit -0,5 Prozent rückläufig (Deflation). Wer sich gegen das EUR/CHF Wechselkursrisiko absichert, kann die Sicherheit der Schweiz in Verbindung mit positiven Realzinsen ausnutzen.