07.12.11

Eurokurs steigt auf 1,2443 CHF, Dollarkurs kratzt an 0,93 CHF

Für den Schweizer Franken wird eine neue Abwertungs-Runde eingeläutet. So klettert der Eurokurs auf 1,2443 CHF und markiert ein Vier-Wochen-Hoch. Gleichzeitig setzt der Dollarkurs CHF seine mehrmonatige Bergfahrt fort und steigt auf USD/CHF 0,9287. Unterdessen prüft die Berner Regierung Maßnahmen, um die Frankenstärke einzudämmen.

Die Wirkungen von negativen Zinssätze und Kapitalkontrollen untersuche man derzeit genauer, sagte die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Das Thema beackere bereits ein Regierungs-Ausschuss. Darüber hinaus verkaufen viele Devisenhändler den Franken im Vorfeld der Sitzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am 15. Dezember 2011.

Viele Spekulanten wollen sich von der SNB nicht auf dem falschen Fuß erwischen lassen. Sinkende Devisenreserven verschaffen der Nationalbank Handlungsspielraum für eine Anhebung des Mindestkurses, der sich seit dem 6. September 2011 bei EUR/CHF 1,20 befindet. Überraschenderweise fielen die Devisenreserven der SNB von 245,04 auf 229,28 Milliarden Sfr. Dies zeigt, dass die Währungshüter nichts tun mussten, um die Wechselkursuntergrenze zu verteidigen.

Am Nachmittag gibt der Eurokurs wieder nach und notiert bei 1,2380 CHF um 18:07 Uhr MEZ. Die Widerstandszone zwischen EUR/CHF 1,2430-1,2470 bleibt vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem EU-Gipfel zur Schuldenkrise eine unüberwindbare Hürde. Aktuell unternimmt die Euro Kursentwicklung ihren fünften Anlauf den Widerstand zu durchbrechen.

Die Schweizer Arbeitslosenrate kletterte von 2,9 auf 3,1 Prozent und zeigt, dass sich die Eidgenossen von der weltweiten Konjunkturabkühlung nicht abschotten können. Allerdings bleibt die Quote unter der Marke von 4,0 Prozent und signalisiert Vollbeschäftigung. In der Eurozone ist die Arbeitslosigkeit fast viermal so hoch und derzeit mit 10,3 Prozent auch um 1,3 Prozent höher als in den Vereinigten Staaten.