02.08.11

EUR/CHF 1,0845: Gegen den Schweizer Franken ist kein Kraut gewachsen

Der Schweizer Franken macht dem Euro weiterhin das Leben schwer. So fällt die europäische Gemeinschaftswährung unter die Marke von EUR/CHF 1,1000 und markiert ein neues Allzeittief. Der Eurokurs sinkt von 1,1890 auf 1,0845 CHF zwischen dem 22. Juli und dem 2. August 2011. Wenn es in diesem Tempo weiter geht, dann befindet sich der Wechselkurs in wenigen Wochen auf dem Niveau der Parität.

Aus dem Blickwinkel der Technischen Analyse hält sich die Euro Kursentwicklung in einem überverkauften Zustand auf. Der Relative Stärke Index liegt mit 21,30 Zählern deutlich niedriger als 30 Zähler und zeigt wie umfangreich die europäische Einheitswährung abverkauft wird. Mit einer raschen Trendumkehr rechnen Charttechniker jedoch vorerst nicht. Der Eurokurs mache weiterhin keine Anstalten einer Bodenbildung. Darüber hinaus zeige die Kurshistorie, dass sich die EUR/CHF Entwicklung mehrere Wochen am Stück in einem überverkauften Zustand verharren könne.

Neben einem Aufflammen der Euro-Krise in Italien und Spanien wird die Stärke des Frankens durch positive Konjunkturdaten aus der Eidgenossenschaft untermauert. So kletterten die Umsätze der Detailhändler um +7,4 Prozent im Juni 2011 gegenüber dem Vorjahresmonat. Analysten hatten mit einer Erhöhung um +1,6 Prozent gerechnet, nachdem die Umsatzzahlen im Mai 2011 um -3,9 Prozent zurückgegangen waren. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe erhöht sich um 0,1 auf 53,5 Punkte.

Exportwirtschaft

Allerdings leidet die Schweizer Wirtschaft bereits erheblich unter dem starken Franken. Insbesondere der Tourismusbereich und die Exportunternehmen haben große Probleme. Die Regierung in Bern musste mittlerweile ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum für dieses Jahr von +1,9 auf +1,5 Prozent nach unten korrigieren. Die Aufwertung des Schweizer Frankens 2011 von 0,8018 auf 0,9220 Euro verteuert eidgenössische Erzeugnisse im Euroraum um +15,01 Prozent.

Seit Oktober 2007 hat der Franken um +55,17 Prozent gegenüber der europäischen Einheitswährung zugelegt. Damit haben sich die Gewinnmargen vielen Schweizer Unternehmen, die im Außenhandel tätig sind, in Luft aufgelöst. Immer mehr Firmen prüfen bereits Zukäufe im Euroraum und eine Verlagerung der Produktionskapazitäten von Fertigungsprozessen, welche am unteren Ende der betrieblichen Wertschöpfungskette zu finden sind.