11.07.11

Bella Italia macht Euro SFr Kurs den Gar aus: EUR/CHF 1,1691 (Rekord)


Am Devisenmarkt fällt der Eurokurs auf ein Rekordtief zum Schweizer Franken. Die Kursentwicklung bricht ein und notiert bei EUR/CHF 1,1691. Damit verteuert sich die eidgenössische Währung auf 85,53 Euro-Cents. Ein Aufflammen der Schuldenkrise in Italien bringt die Gemeinschaftswährung unter erheblichen Verkaufsdruck.

Der italienische Finanzminister Giulio Tremonti warnte vor einer Katastrophe, wenn es dem Land nicht gelingen sollte bis zum Jahr 2014 einen ausgeglichen Haushalt zu erreichen. Italiens Staatsanleihen werden verkauft, was im Gegenzug zu steigenden Zinskosten führt. Die geplante Platzierung von italienischen Staatspapieren im Wert von 120 bis 130 Milliarden in den kommenden Monaten gestaltet sich zunehmend schwierig..

Die Europäische Union (EU) beruft ein Spitzentreffen ein, um über die aktuellen Entwicklungen der Schuldenkrise zu beraten. Am Nachmittag treffen sich sodann die Euro-Finanzminister. Unterdessen brodeln Staatsschuldenkrise in immer mehr Euroländern. Es wird bereits über die Verdopplung des Rettungsschirms auf 1,5 Billionen Dollar spekuliert. Wenn ein großes Euroland wie Italien oder Spanien externe Finanzhilfen benötigt, dann könnte der Euro SFr Kurs in Richtung Parität fallen.

Unterdessen sind die Gefahrenzuschläge für italienische Staatsanleihen auf ein Rekordhoch gestiegen seit der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung. Bei der Platzierung von zehnjährigen Staatspapieren muss Rom derzeit einen Zinssatz von 5,47 Prozent zahlen. In der Laufzeit vergleichbare deutsche Bundesanleihen rentieren bei 2,70 Prozent. Investoren fordern einen Risikoaufschlag (Spread) von 2,77 Prozent.

An den Aktienmärkten brechen europäische Banken und Versicherungswerte um bis zu fünf Prozent ein. Aus der Griechenland-Krise ist eine europäische Schuldenkrise geworden, welche in ihrem Ausmaß die Asienkrise 1997 in den Schatten stellt. Darüber hinaus ist die politische Führung der Eurogruppe nicht in der Lage substanzielle Lösungsansätze aufzuzeigen. Die Tabuisierung von Austritten einzelner Euroländer erscheint in diesem Zusammenhang realitätsfremd.