19.07.11

Frankenkurs lässt den Euro von der Leine und auf 1,1672 CHF steigen

Am Devisenmarkt gönnt der Schweizer Franken dem Euro eine Verschnaufpause. So kann sich die europäische Gemeinschaftswährung ein wenig erholen und klettert auf EUR/CHF 1,1672. Am Vortag rauschte der Eurokurs runter und erreichte ein Rekordtief bei 1,1402 CHF. Von einem Ende der Talfahrt wollen die meisten Devisenstrategen nichts wissen. Zu groß seien die Schuldenproblematik im Euroraum und die Bedrohung, welche durch Griechenland ausgehe.

Den aktuellen Anstieg beim Euro Frankenkurs ist auch zu einem großen Teil der steigenden Risikobereitschaft geschuldet. Die Aktienmärkte erholen sich und liegen deutlich im Plus. Investoren setzen auf die Erholung der Weltwirtschaft nach der Finanzkrise und hoffen gleichzeitig, dass die Eurogruppe Griechenland unter die Arme greift. Eine Panik, wie im Zuge der Pleite der Investment Bank Lehman Brothers im September 2008, will man unbedingt vermeiden.

Während des Währungshandels in den Vereinigten Staaten gibt der Euro nach und notiert zum Frankenkurs von 1,1585. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel dämpft die Erwartungen an den EU-Sondergipfel zur Schuldenkrise am 21. Juli 2011. Die Staatsschuldenkrisen könnten nicht in einem Schritt gelöst werden. Ziel müsse sein einen kontrollierten Prozess geeigneter Maßnahmen zu etablieren. Im Kern ginge es darum, die Verschuldung im Euroraum zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, so Merkel.

Euro bald kaputt?

Der ehemalige Chef-Volkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) und einer der Ziehväter des Euro, Ottmar Issing, sieht keine Zukunft für Griechenland in der Eurozone bei einem Schuldenschnitt. Sollte es zu einer Umschuldung kommen, müsse das Land den gemeinsamen Währungsraum verlassen, sagte Issing der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Es würde sich das Ende des Euros ankündigen, wenn man Griechenland erlaube nach einer Restrukturierung in der Eurozone zu verbleiben, und sich darauf verließe, dass die EZB Griechenland mit Zentralbankgeld versorge. Andere Mitglieder der Eurozone würden sodann auch den Weg einer Umschuldung suchen, befürchtet Issing.