01.06.11

Sfr Kurs steigt, Schweizer Detailumsätze schiessen durch die Decke


Der Schweizer Franken kann wieder aufwerten und bringt die Euro Kursentwicklung abermalig in Bedrängnis. So fällt der Euro Sfr Wechselkurs nach der Veröffentlichung robuster eidgenössischer Konjunkturdaten in wenigen Minuten von 1,2317 auf 1,2246 CHF. Damit verteuert sich die „sichere Hafen“ Währung Schweizer Franken auf 81,66 Euro-Cents.

Einen überdurchschnittlich hohen Anstieg konnten die Detailhandelsumsätze verbuchen. Das Umsatzvolumen im Schweizer Einzelhandel kletterte um +7,5 Prozent im April 2011 gegenüber dem Vorjahresmonat. Analysten waren von einem Anstieg in Höhe von +1,9 Prozent ausgegangen und hatten mit diese Entwicklung vollkommen falsch eingeschätzt. Im Vergleich zum Vormonat März 2011 erhöhten sich die Detailumsätze um +4,2 Prozent.

Dass der hohe Schweizer Franken Kurs das Umsatzwachstum im Einzelhandel ankurbeln würde, hatte bereits UBS Economic Research bei der Veröffentlichung des Konsumindikators zum Wochenauftakt gemutmaßt. So verbillige der starke Frankenkurs importierte Konsumgüter und beeinflusse damit positiv die Verbraucherstimmung, ist der Medienmitteilung zum UBS-Konsumindikator vom 31. Mai 2011 zu entnehmen.

Die Schweizer Einkaufsmanager haben ihre Erwartungen ebenfalls nach oben geschraubt. Der vom Verband für Materialwirtschaft und Fertigung (SVME) und Credit Suisse herausgegebene Frühindikator für das verarbeitende Gewerbe kletterte auf 59,2 Punkte. An den Finanzmärkten war man durchschnittlich von einem Indexstand in Höhe 57,9 Punkten ausgegangen, nachdem der Wert für April 2011 bei 58,4 Punkten gelegen hatte.

Neben der Schuldenkrise liefert die robuste konjunkturelle Entwicklung in der Eidgenossenschaft dem Sfr Kurs einen weiteren triftigen Grund gegenüber dem Euro aufzuwerten. Der inländische Konsum kann die verringerten Exportchancen ausgleichen und damit das gesamtwirtschaftliche Wachstum vorantreiben. Volkswirtschaftler rechnen für dieses Jahr mit einer Erhöhung des Schweizer Bruttoinlandsproduktes (BIP) von +2,6 Prozent.