29.6.11

Eurokurs von heute bei 1,1982 CHF profitiert von mehr Risikotoleranz


Die Eurokurs heute legt zu und klettert gegenüber dem Schweizer Franken auf EUR/CHF 1,1982. Damit hat sich der Währungskurs in den letzten Handelstagen deutlich von seinem Rekordtief bei EUR/CHF 1,1806 entfernt. Charttechniker erachten einen Bruch eines Widerstandes bei 1,1950 als entscheidend für die Klettertour. Fundamentale Analysten verweisen auf die Leitzinsankündigung von EZB-Chef Trichet und eine steigende Risikobereitschaft in Verbindung mit fester notierenden Aktienmärkten.

Allerdings ist der Euro CHF Kurs durch den Anstieg auf 1,1982 aus dem Blickwinkel der Technischen Analyse noch längst nicht aus dem Schneider. Die Erfahrung zeigt, dass sich ein so robuster Abwärtstrend wie er beim Wechselkurs des Euro zum Franken vorliegt, nicht so einfach beenden lässt. Es muss daher auf mittlere Sicht mit einem erneuten Test des Rekordtiefs bei EUR/CHF 1,1806 gerechnet werden. Wenn dieses Niveau sodann halten würde, könnte man von einer Bodenbildung sprechen.

EZB Leitzins auf 1,50%

Unterdessen hat sich am Devisenmarkt die Aufmerksamkeit auf die Europäische Zentralbank gerichtet. EZB-Chef Trichet sagte am Vortag, dass „starke Wachsamkeit“ (engl. Strong Vigilance) in Bezug auf die Verankerung der Inflationserwartungen geboten sei. Die meisten Analysten rechnen damit, dass die Währungshüter bei ihrer geldpolitischen Sitzung am 7. Juli 2011 den Leitzinssatz von 1,25 auf 1,50 Prozent anheben werden. Ein Zinsschritt sei erforderlich, da die Inflation in Euroland mit +2,7 Prozent deutlich über der Zwei-Prozent Zielmarke liege.

Angetrieben von der Aussicht auf ein höheres Zinsumfeld und im Zuge einer leichten Abschwächung des Schweizer KOF Konjunkturbarometers kann der Eurokurs heute steigen. Das Barometer verringerte sich von 2,30 auf 2,23 Zähler. Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat eine sich etwas verlangsamte Dynamik festgestellt im Berichtmonat Juni 2011. Allerdings bliebe die eidgenössische Wirtschaft auf dem Wachstumspfad, teilte die KOF mit.

Griechenland rückt ein wenig in den Hintergrund, weil eine Zustimmung der Parlamentarier mit knapper Mehrheit zu den Sparmaßnahmen so gut wie sicher ist. Darüber hinaus hat sich der Internationale Währungsfonds (IWF) die französische Finanzministerin Christine Lagarde zur seiner neuen Chefin ernannt. Damit ist die Handlungsfähigkeit des IWF pünktlich zur Abstimmung im griechischen Parlament wieder hergestellt. Falls das griechische Abgeordnetenhaus die Spargesetze ablehnen sollte, droht Griechenland die Staatspleite.

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