24.05.11

Intervention beim Schweizer Franken Kurs zum Euro: Kommt Teil 2?


Am Devisenmarkt ist der Eurokurs aktuell gegenüber dem Schweizer Franken besonders schwach. Nachdem die Euro Kursentwicklung am Vortag auf EUR/CHF 1,2321 abrutschte und ein Rekordtief erreichte, konnte sich die Gemeinschaftswährung nur leicht erholen. Derzeit notiert der Wechselkurs bei EUR/CHF 1,2415, wodurch der Franken einen Gegenwert von 80,55 Euro-Cents besitzt.

Sowohl die eidgenössische Regierung als sich der Schweizerische Nationalbank (SNB) beobachten mit Argusaugen die Entwicklungen am Devisenmarkt. Der hohe Außenwert des Franken verteuert Waren und Dienstleistungen aus der Schweiz im Euroraum und droht die Exporterfolge der schweizerischen Unternehmen zu untergraben. Darüber hinaus gehen Schweizer, welche in Grenznähe wohnen, im erhöhten Umfang in Deutschland, Frankreich oder Italien auf Einkaufstouren und belasten damit den inländischen Konsum.

Der schweizerische Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hatte sich schon zu Wort gemeldet, bevor die Euro Kursentwicklung unter die Marke von 1,2400 CHF fiel. So würden Regierung und Nationalbank die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, falls sich der Franken weiter verteuere, sagte Schneider Ammann. Marktbeobachter interpretieren die Kommentare des Wirtschaftsministers als den ersten Schritt hin zu einer Intervention am Devisenmarkt.

Anschließend meldete sich die Schweizerische Nationalbank zu Wort. Der Vizepräsident der SNB, Jean Pierre Danthine sagte im Fernsehen, dass man die Wechselkursentwicklung sehr genau beobachte. Damit hat die Nationalbank durchblicken lassen, dass man offenbar grundsätzlich bereit sei, zu einer erneuten Intervention am Devisenmarkt. Die SNB hatte bereits zwischen März 2009 und Juni 2010 interveniert, indem sie in erster Line Euros kaufte und Franken verkaufte.

Weil die letzte SNB-Devisenintervention die Euro Kursentwicklung nicht aufhalten konnte zu fallen, stehen Kritiker einem abermaligen Eingreifen skeptisch gegenüber. Die NSB könne nicht auf die Unterstützung der Europäischen Zentralbank (EZB) bauen. Eine unilateral vorgetragen Intervention sei an den globalisierten Devisenmärkten zum Scheitern verurteilt und würde der Nationalbank nur milliardenschwere Wechselkursverluste einbringen.