10.05.11

Der Schweizer Franken Kurs schlägt Kapriolen nach niedriger Teuerung


Die Kursschwankungen beim Schweizer Franken Kurs gegenüber dem Euro haben sich sprunghaft erhöht. So klettert der Eurokurs in wenigen Minuten von 1,2500 auf 1,2630 CHF. Nach der Veröffentlichung der sehr niedrigen Teuerung in der Schweiz gibt es für die Euro Kursentwicklung kein Halten mehr. Analysten zeigten sich enttäuscht, weil die Konsumentenpreise in der Eidgenossenschaft lediglich um +0,3 Prozent gestiegen waren zwischen April 2010 und April 2011.

Wegen der schwachen inflationären Entwicklung können Devisenhändler eine Anhebung des Leitzinssatzes der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vorerst ad acta legen. Der Schlüsselzins liegt seit März 2009 bei 0,25 Prozent. Im Euroraum hingegen ist die Europäische Zentralbank (EZB) bereits im vollen Gange eine Straffung der Geldpolitik durchzuführen. Die Währungshüter erhöhten den Leitzinssatz von 1,00 auf 1,25 Prozent im April 2011. Die nächste Anhebung auf 1,50 Prozent dürfte im Juli 2011 auf der Tagesordnung stehen.

Trotz der sehr niedrigen Inflationsentwicklung und zunehmender Differenz bei den Leitzinsen, bleiben Währungsstrategen skeptisch in Bezug auf das Aufwärtspotential beim Eurokurs zum Schweizer Franken. Die europäische Gemeinschaftswährung sei weiterhin sehr anfällig für die Staatsschuldenkrisen in Griechenland, Irland und Portugal. In den letzten Tagen haben Gerüchte um einen möglichen Euro-Austritts Athens sowie die Abstufung der Kreditwürdigkeit von griechischen Staatsanleihen den Eurokurs in einem erheblichen Umfang belastet.

Die niedrige Inflation in der Eidgenossenschaft könnte auch zu erhöhten Kapitalzuflüssen aus der Eurozone führen. So klettern die Verbraucherpreise um +2,8 Prozent im gemeinsamen Währungsräumen. Die vergleichsweise hohe Inflation macht die reale Verzinsung insbesondere für sicherheitsorientierte deutsche Anleger unattraktiv. Investoren können bei einem Geldtransfer in die Schweiz zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. So bietet die Eidgenossenschaft Schutz vor der Schuldenkrise und eine sehr gute Absicherung vor der steigenden Inflation.

Zieht man die Inflation bei der Verzinsung von schweizerischen- und deutschen Staatsanleihen ab, so hat die Eidgenossenschaft die Nase vorn. Insgesamt muss davon ausgegangen werden, dass der Euro gegenüber dem Schweizer Franken Kurs weiterhin schwach bleibt und auf mittlere Sicht die Marke von EUR/CHF 1,30 nicht dauerhaft überwinden kann.