10.3.11

Teuerung Schweiz u. Schuldenkrise erwischt Eurokurs auf falschem Fuss


Die Teuerung in der Schweiz ist deutlich stärker gestiegen als Volkswirtschaftler prognostiziert hatten. So kletterten die Konsumentenpreise um +0,4 Prozent im Februar 2011 im Vergleich zum Vormonat. Im Januar 2011 hatte die monatliche Teuerung bei -0,4 Prozent gelegen und Deflationsgefahren herauf beschworen. Die jährliche Inflationsrate erhöhte sich von +0,3 Prozent auf +0,5 Prozent.

Unterdessen ist der Eurokurs Sfr auf ein Wochentief bei 1,2870 gefallen. Zuvor war die Euro Kursentwicklung noch über der Marke von EUR/CHF 1,30 gehandelt worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den offiziellen Referenzkurs in Abstimmung mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf EUR/CHF 1,2914 fest am Donnerstagnachmittag. Damit kostete der Schweizer Franken umgerechnet 77,44 Euro-Cents.

Rating Abstufungen

Ein Wiederaufkommen der Staatsschuldenkrise belastet derzeit die europäische Gemeinschaftswährung zusätzlich. Die Ratingagentur Moody’s Investor Service verringerte die Kreditwürdigkeit spanischer Staatsanleihen von „Aa1" auf „Aa2". Zum Wochenauftakt hatte Moody’s Griechenland ein weiteres Mal abgestuft und reduzierte die Bonität griechischer Staatsanleihen von „B1“ auf „Ba1“.

Portugal musste Investoren sündhaft teure Zinsen zahlen bei der Platzierung von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 2,5 Jahren. So forderten Anleger einen Zinskupon in Höhe von 5,993 Prozent, um die Staatspapiere der Regierung abzunehmen. Die Umlaufrenditen von zehnjährigen portugiesischen Staatsanleihen kletterten auf 7,63 Prozent und erreichte einen Rekord. In der Laufzeit vergleichbare Benchmark-Anleihen der Bundesrepublik Deutschland rentieren bei 3,25 Prozent.

Insgesamt tut sich der Eurokurs CHF schwer in dem aktuellen Marktumfeld zu steigen. Die anziehende Teuerung in der Schweiz hat eine Leitzinsanhebung der Nationalbank noch in diesem Jahr wahrscheinlicher gemacht. Darüber hinaus droht eine Hängepartie in Portugal die Schuldenkrise erneut anzufachen. Die Regierung in Lissabon weigert sich weiterhin unter den Rettungsschirm zu schlüpfen.

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