09.01.11

Euro Sfr Kurs Entwicklung auf Talfahrt: Portugal droht Rettungsschirm


Der Euro ist gegenüber dem Schweizer Franken (Sfr) abermalig unter die Marke von EUR/USD 1,25 gefallen. So pendelte sich der Schlusskurs bei 1,2481 ein, nachdem negative Nachrichten aus Portugal die europäische Gemeinschaftswährung belastetet haben. Laut einem Medienbericht der Zeitschrift „Spiegel“ wollen Deutschland und Frankreich die portugiesische Regierung unter den Rettungsschirm drängen.

Darüber hinaus wertete der Schweizer Franken auf vor dem Hintergrund neuer Gerüchte um portugiesische Staatsanleihen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) würde portugiesische Staatsanleihen als Sicherheit nicht mehr akzeptieren. Allerdings dementierte die SNB wenig später diese Meldung.

Aktuell befindet sich die Euro Sfr Kursentwicklung in unmittelbarer Nähe des Rekordtiefs. Am 30. Dezember 2010 tauchte der Euro Sfr Wechselkurs zeitweise unter die Marke von 1,24 ab. Dabei wurde ein Umrechnungskurs von EUR/CHF 1,2398 erreicht. Der Schweizer Franken verteuerte sich auf 80,66 Euro-Cents und war so viel wert wie noch nie seit der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung.

Portugal könnte zu einer Hängepartie für die europäische Gemeinschaftswährung werden. Es wird nicht damit gerechnet, dass die portugiesische Regierung dem Drängen aus Paris und Berlin vorerst beigeben wird. Obwohl sich die Haushaltslage verbessert hat, fordern internationale Investoren weiterhin einen saftigen Risikoaufschlag beim Kauf von portugiesischen Anleihen.

So kletterten die Renditen für Staatsanleihen aus Portugal mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf 7,10 Prozent. Die Bundesrepublik Deutschland kann sich mit einem Zinssatz von 2,87 Prozent deutlich billiger Geld beschaffen an den Fremdkapitalmärkten. Damit drohen die hohen Zinsen die Haushalskonsolidierung in Portugal zu untergraben.

Die Flucht in den Schweizer Franken setzte sich fort. Robuste Konjunkturdaten aus der Eidgenossenschaft haben sich ebenfalls positiv auf die Sfr Kursentwicklung ausgewirkt. So liegt die Arbeitslosenrate mit 3,8 Prozent weiterhin auf dem Niveau von Vollbeschäftigung. Die monatliche Teuerungsrate ist mit 0,0 Prozent höher ausgefallen als von Ökonomen prognostiziert. Diese hatten mit einem Rückgang der Preise um -0,1 Prozent gerechnet für den Berichtsmonat Dezember 2010.