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30.09.16

Von Cryan with Love: Pferdekuss im EUR/CHF-Kurs

Der Euro sinkt auf ein 2-Monatstief bei 1,0810 Franken, stabilisiert sich danach bei 1,0880 Franken. In der Eurozone sind sie weit davon entfernt ihr Problem mit der Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, während die Schweizer Wirtschaft einen Gang hoch schaltet. Derweil springen sie alle Deutsche-Bank-Chef Cryan zur Seite. Die Börsenherde will Risikoaversion und eine Flucht in den als sicheren Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken verhindern.

Obwohl sich in der Eurozone die Wirtschaftsstimmung deutlich verbessert hat, Aufbruchstimmung kommt nicht auf. Die Arbeitslosenrate verharrte im August bei 10,1%, teilt Eurostat mit. In den großen Euroländern sieht es nur in Deutschland, das beinahe Vollbeschäftigung hat, gut aus. In Spanien liegt die Arbeitslosenrate bei 19,5%, in Italien bei 11,4% und und Frankreich bei 10,5%.

Auch die Perspektiven für die Schweizer Wirtschaft haben sich verbessert. Das KOF-Konjunkturbarometer steigt stärker als erwartet. "Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft sind weiterhin stabil, konsistent mit dem langfristigen durchschnittlichen Wachstumstempo", informiert die Konjunkturforschungsstelle (KOF) in Zürich.

Der Kurssturz der Deutschen-Bank-Aktie auf 9,90 Euro ist aus der Sicht von Goldman Sachs und Credit Suisse überzogen. Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche stellt sich hinter das Institut, während die ersten Analysten der Aktie Erholungspotenzial bis auf 14 Euro zutrauen. Würde sich die Deutsche-Bank-Krise weiter verschärfen, kämen wohl auch die italienischen Banken unter die Räder. Der Schweizer Franken wäre dann als sicherer Hafen wieder gefragt.