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29.09.16

Neue Fakten: EUR/CHF hat Rückkehr über 1,10 redlich verdient

Der Euro kommt im September auf keinen grünen Zweig. Vor dem Monatsultimo liegt er bei 1,0864 Franken. Das Hoch vom 01.09.16 bei 1,1001 Franken ist aber weder aus den Augen, noch aus dem Sinn. Neue Konjunkturdaten zeigen: Den Euro darf man nicht abschreiben. Untermauert wird das von versöhnlichen Devisenspekulanten. Sie könnten das Handtuch werfen und den Euro-Franken-Kurs nach oben lassen.

Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im September überraschend kräftig aufgehellt. Ein von der EU-Kommission erhobener Konjunkturindex für Unternehmen und privaten Haushalte steigt auf den höchsten Stand seit Januar 2016. Damit deutet sich eine Rückkehr auf einen steileren Wachstumspfad an. Im 1. Vierteljahr 2016 belief sich das Wachstum in der die Eurozone auf 0,6%, welches sich im 2. Quartal auf 0,3% verringerte.

Indes kommt die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihrem Ziel, Spekulanten das Genick zu brechen, einen Schritt näher. Die Furcht vor einem Rückfall des Euro-Franken-Kurses nimmt ab. Am Optionsmarkt vergünstigen sich Put-Optionen. Ausgedrückt wird das im so genannten 25-Delta Risk Reversal für 1 Monat. Es sinkt auf -0,85% nach -1,05% vor einer Woche und -1,25% im August.

Es könnte ein wenig Zug in den Kamin kommen. Man stelle sich vor, die Konjunktur in der Eurozone zieht im Schlussquartal stärker an, als es viele auf dem Zettel haben. Im Nu würde auch die Inflation steigen, die wegen des Ölpreisabsturzes des Vorjahres ohnehin Platz nach oben hat. Und schon schössen Spekulationen über Ausstiegsstragie der EZB aus ihrer expansiven Geldpolitik ("Tapering") ins Kraut.

Österreichs Erste Group rechnet mit dem Beginn des Tapering bereits nach März 2017, meldet die Nachrichtenagentur Dow Jones. Andere Experten meinen, EZB-Chef Mario Draghi werde sich auf ein langwierige Tapering-Diskussion nicht einlassen. Stattdessen dürfte Draghi einen Übergang von einer puren quantitativen Lockerung zu einer qualitativen Lockerung nach dem Vorbild der Bank von Japan aus dem Ärmel zaubern.