28.09.15

Ist der Euro bei 1,10 Franken mit seinem Latein am Ende?

Kontinuierlich legt der Euro wieder zum Schweizer Franken zu. Die Furcht vor einem Ende der seit drei Monaten währenden Aufwärtsbewegung verfliegt. Grünes Licht für Wechselkurse bei 1,12 kommt von der Charttechnik. Überfährt der Eurokurs ein von zwei deutschen Banken bei 1,10 Franken aufgebautes Stoppschild?

Für den Euro sieht es zwischenzeitlich wirklich schlecht aus. Er sinkt auf ein 3-Wochentief bei 1,0820 Franken und reißt dabei die Trendlinie. Die befürchtete Trendumkehr bleibt aber aus. Dem Euro-Franken-Kurs gelingt der Sprung zurück über die Trendlinie. Damit ist Platz bis zum 8-Monatshoch von 11. September 2015 bei 1,1050. Sollte diese Marke geknackt werden, wäre der Weg frei für Wechselkurse bei 1,12.


"Wer noch immer Hoffnung hegte, der Schweizer Franken sei einer der großen sicheren Häfen am Devisenmarkt, dürfte spätestens mit den jüngsten Turbulenzen eines Besseren belehrt sein", heißt es in einem aktuellen Marktkommentar der DZ Privatbank. Der Schweizer Franken habe von den Unsicherheit in und um China so gut wie nicht profitieren können.

Die DZ Privatbank rechnet allerdings nicht mit einem Anstieg des Euro, aufgrund der Tatsache, dass der Schweizer Franken seinen Status als sicherer Hafen verloren hat. Man erwartet eine Wechselkursbandbreite von 1,05 bis 1,10. Aufgrund einer in den kommenden Monaten zunächst anstehenden globalen Euro-Schwäche könnte die untere Seite ausgetestet werden, fügt die Bank hinzu.

Ähnlich sieht man das bei der Commerzbank: "Die Ausflüge von EUR-CHF in den Bereich von 1,10 dürften nicht nachhaltig sein", lautet ihr aktueller Kommentar. Auf Sicht der nächsten sechs Monate halte man niedrigere Notierungen für wahrscheinlich. Die konkrete Prognose der Commerzbank für März 2016 sieht den Euro auf 1,04 Franken fallen.

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