29.4.15

Ein Pro und Contra zum Höhenflug des EUR/CHF-Kurses

Kann sich der Eurokurs über 1,05 Franken halten? Handelt es sich bei dem jüngsten Anstieg der EUR/CHF-Devisennotierung von 1,0232 auf 1,0508 um ein Strohfeuer? Oder kommt es zu neuen Hochs jenseits von 1,08? An diesen Fragen scheiden sich derzeit die Geister. Ein Pro und Contra bringt Licht ins Dunkel.

EUR/CHF steigt weiter, weil...
  • der Schweizer Franken nach wie vor überbewertet ist. Gemäß einer Analyse der Danske Bank liegt der faire Wert eines Euros bei 1,11 Franken. Zieht man die sehr unterschiedliche Kaufkraft beider Währungen heran, müsste ein Euro sogar 1,26 Franken wert sein.
  • es die Schweizerische Nationalbank (SNB) so will: "Insgesamt ist der Franken deutlich überbewertet. Diese Überbewertung sollte sich über die Zeit korrigieren", sagte Notenbankchef Thomas Jordan letzte Woche vor der Generalversammlung der SNB.
  • die Konjunktur im Euroraum immer besser in Schwung kommt. Der neueste Indikator, der auf ein Anziehen des Wachstums hindeutet, ist das Geschäftsklima. Ein von der Europäischen Kommission erhobener Index für den Euroraum klettert im April 2015 auf den höchsten Stand seit elf Monaten.

EUR/CHF fällt wieder, weil...
  • die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer ultralockern Geldpolitik festhält. 60 Milliarden Euro pro Monat werden durch Anleihekäufe in die Märkte gepumpt. Ein Ende des Programms komme vor September 2016 nicht in Frage, bekräftigte der Notenbankchef von Estland, EZB-Ratsmitglied Ardo Hansson, heute noch einmal.
  • das Devisenpaar nach wie vor in einem langfristigen Abwärtstrend steckt. Eine wirkliche Trendumkehrformation des im Oktober 2007 bei 1,6830 Franken begonnenen Euro-Abwärtstrend ist nicht in Sicht. Dafür müsste der Euro-Franken-Kurs noch einmal unter 1,00 fallen und anschließend zurückprallen.
  • die griechische Regierung auf Krawall gebürstet ist. Das geringe Steueraufkommen Griechenlands muss entweder durch die anderen Euroländer oder durch den Betrug bei der Ausgabe von Staatsanleihen aufgefüllt werden. Daran hat man sich in Athen seit 15 Jahren so gewöhnt.

Meistgelesen