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12.02.14

EZB lehrt emotionslosem Euro-Franken-Kurs das Fürchten

Weil in der Schweiz die Verbraucherpreise deutlicher zurückgehen als erwartet, tendiert der Franken dazu stark zu bleiben. Darüber hinaus geht dem Euro jegliche Anstiegsfantasie verloren, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) über einen negativen Einlagenzins schwadroniert. 1 Euro kostete zuletzt 1,2245 Franken.


In der Schweiz ist die jährliche Inflationsrate von -0,2 Prozent im Dezember 2013 auf -0,3 Prozent im Januar 2014 gesunken, wie das Bundesamt für Statistik heute in Neuchâtel mitteilte. Hohe Inflationsarten über zwei Prozent tendieren dazu eine Währung weich zu machen. Bei einer negativen Inflationsrate gilt das Gegenteil.

Dem Euro-Franken-Kurs hilft auch der so genannten Deflationsbonus nicht mehr auf die Beine. So konnte die Gemeinschaftswährung in den Jahren 2012 und 2013 von negativen Schweizer Teuerungsraten oft profitieren, weil sie eine Garantie für die Beibehaltung des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken waren.

Offiziell bekämpft die Nationalbank mit der Untergrenze Deflationsgefahren. Für dieses Engagement hat ihr der Internationale Währungsfonds (IWF) grünes Licht gegeben. Kritiker sind der Meinung, dass das Deflationsargument ein vorgeschobenes ist. Der SNB gehe es darum der Schweizer Exportwirtschaft an der Wechselkursfront Planungssicherheit zu verschaffen.

Deutlich wichtiger als die Teuerung gilt unter Devisenexperten die künftige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Das französische EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure sagte heute, dass man sehr ernsthaft die Einführung eines negativen Einlagenzinses in Erwägung zöge. Eine Lockerung der Geldpolitik im Euroraum wäre das Letzte, was Franken-Bären derzeit gebrauchen könnten.

Der Euro könnte auf 1,20-1,21 Franken zurückgeworfen werden. Das ein solchen Absturz immer wahrscheinlicher wird, signalisieren bereits die 50-Tage (rot) und die 200-Tage Linie (blau). Ende Januar 2014 riss der Euro die beiden Durchschnitte, weshalb die Chancen für weitere Kursverluste gut stehen.

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