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27.01.14

"Kann mir ein Absenken des Mindestkurses auf 1,10 vorstellen"

Nun wagt sich ein Franken-Bulle aus der Deckung. Der Chef der Zürcher Kantonalbank (ZKB) spricht Klartext. Die Zeiten als 1 Euro 1,40 Schweizer Franken kosteten, seien vorbei, meint Adrian Kohler. Franken-Kreditnehmern rät der Manager den Zinsvorteil noch mitzunehmen.

"Ich kann mir ein Absenken des Mindestkurses auf 1,15 oder 1,10 vorstellen. Auf Dauer ist so ein Mindestkurs ein gefährliches Spiel - und nicht das, was wir unter freier Marktwirtschaft verstehen", sagte Kohler im Gespräch mit dem Wirtschaftsblatt.

Für Franken-Kreditnehmer hat Kohler folgenden Tipp parat: Wenn er im Moment einen solchen Kredit hätte, würde er abwarten, bis der Euro gegen 1,30 Franken steigt und sodann aussteigen.

(Weiterlesen: Masterplan für Ausstieg aus Frankenkredit ausarbeiten)

Die gemachten Aussagen des ZKB-Österreichs-Chefs legen nahe, dass er auf Sicht von drei bis zwölf Monaten dem Euro gegenüber dem Franken durchaus einen Anstieg zutraut. Damit gesellt er sich in die Gruppe der institutionellen Franken-Bären.

Langfristig rechnet Kohler jedoch mit einem Sinken des Euros. Daher auch seine Prognose, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Euro-Untergrenze bis auf 1,10 Franken absenken könnte.