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24.01.14

Euro wird durch Kapitalpuffer immer tiefer in den Sumpf gezogen

1 Euro kostet wieder weniger als 1,23 Franken. Antriebsfeder für die jüngste Aufwertung des Schweizer Frankens dürfte das Anziehen der geldpolitischen Zügel seitens der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sein. Damit keimt gleichzeitig wieder die Debatte darüber auf, wie sinnvoll die Anbindung an den Euro ist.


Für seine Verhältnisse hat der Euro in den zurückliegenden 36 Stunden recht deutlich abgewertet. Die Gemeinschaftswährung sank von 1,2362 auf 1,2255 Franken. Es ist zwar keine Leitzinserhöhung, geht jedoch in diese Richtung. Gemeint ist eine Anhebung der Kapitalpuffer, den Schweizer Banken vorhalten müssen.

Der Bundesrat in Bern hat auf Antrag der SNB beschlossen, den sogenannten antizyklischen Kapitalpuffer zu verdoppeln. Damit will die Nationalbank die immer größer werdende Immobilienblase bekämpfen.

Die Wirkung des Kapitalpuffers ist umstritten. Viele Volkswirte sagen, dass die Überhitzung des Immobilienmarktes nur durch Leitzinserhöhungen Einhalt zu gewähren sei. Genau an dieser Stelle wird das Dilemma deutlich, in das sich Nationalbank durch ihre Mindestwechselkurspolitik hinein manövrierte. Sie kann die Leitzinsen nicht anheben.

Am Devisenmarkt zeigt der Schweizer Franken durch seine jüngste Aufwertung eine ähnliche Reaktion wie der neuseeländische Dollar (Kiwi). Nachdem die Notenbank Neueselands (RBNZ) im Oktober 2013 eine Drosselung der Hauskreditvergabe herbeiführte, wertete der Kiwi auf.

Neuseeland hat im Gegensatz zur Schweiz beschlossen auf offizielle Wechselkursmanipulationen gänzlich zu verzichten und wird daher mit großer Wahrscheinlichkeit in den kommenden Monaten den Leitzins anheben.