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21.11.13

EZB-Giftspritzen zermürben Fremdwährungskreditnehmer

Die Europäische Zentralbank (EZB) steht seit kurzem wieder voll auf dem Gaspedal. Man will die Geldpolitik noch lockerer gestalten, um die vor sich hin darbende Konjunktur im Euroraum anzukurbeln. Anleger spekulieren über einen Strafzins, der den Wechselkurs des Euros zum Franken in Bedrängnis bringen dürfte.

Am Devisenmarkt ist der Euro in den letzten fünf Handelstagen von 1,2350 auf 1,2305 Franken gesunken. Jegliches Aufwärtspotential ist verflogen, nachdem die EZB den Leitzins auf ein Rekordtief bei 0,25 Prozent verringerte und Wertpapierkäufe in Aussicht stellte.

Immer mehr Giftspritzen für die Anhängerschaft eines höheren Wechselkurses des Euros zum Franken legt die EZB auf den Tisch gelegt. Neben einer weiteren Leitzinssenkung sowie einem Anleihekaufprogramm erwägt man in Frankfurt neue Notkredite an die angeschlagenen Banken auszureichen sowie einen Strafzins einzuführen.

Kontert die SNB?

Der Finanzdienst Bloomberg hat am Mittwoch mit Verweis auf zwei Personen von der EZB berichtet, der Einlagenzins könnte von derzeit 0,00 Prozent auf -0,10 Prozent gesenkt werden. Damit müssten die Banken eine Strafgebühr bezahlen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parkten, anstatt es an Unternehmen und Haushalte in Form von Krediten auszureichen.

Aktuelle Konjunkturdaten zeigen, dass die wirtschaftliche Erholung im Euroraum an Fahrt verliert. Die von Analysten wegen ihrer Zuverlässigkeit besonders scharf beobachteten Einkaufsmanagerindizes (PMI) zeigen für November einen Rückgang der Geschäftstätigkeit gegenüber dem Vormonat. Besonders besorgniserregend ist die Lage Frankreichs, wo der PMI für die Industrie von 49,1 Punkte auf 47,8 Zähler in den Keller rauschte.

Anhänger eines höheren Wechselkurs des Euros zum Franken müssen auf einen Konter der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hoffen. Die 107-jährige Notenbank könnte bei einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik im Euroraum ihrerseits dazu übergehen, ein Regime mit negativen Einlagenzinsen einzuführen.

"Wir haben diese Option nicht ausgeschlossen", sagte SNB-Präsident Thomas Jordan im Mai vor Journalisten in Frankfurt. Diese Möglichkeit (negative Einlagenzinsen) könnte umgesetzt werden, falls es erneut zu einem Aufwertungsdruck beim Schweizer Franken kommen sollte, fügte Jordan an.