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27.03.13

Italiens Bersani will nicht! Eurokurs bei 1,2168 CHF auch nicht

Kritiker der Eurozone können derzeit aus dem Vollen schöpfen. Italien löst Zypern als akutesten Krisenherd ab. Derweil fällt der Eurokurs CHF immer tiefer, nachdem der vom italienischen Staatspräsidenten mit der Regierungsbildung beauftrage Linkspolitiker Pier Luigi Bersani eine große Koalition mit der Mitte-Rechts Bewegung von Silvio Berlusconi ausschließt.

Am Devisenmarkt sinkt der Euro auf 1,2168 Franken. Bis zum dem von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bei 1,20 festgelegtem Mindestkurs sind es noch eineinhalb Rappen. Bei 1,2010 beginnt die Nationalbank in der Regel mit Euro-Stützungskäufen, wie die Deviseninterventionen des letzten Jahres zeigen. Der Euro Dollarkurs taucht auf 1,2762. Das ist der niedrigste Stand seit dem 21. November.

Bersanis Ausschließeritis zeigt, dass auch Italiens Linke die eigenen Interessen über die Interessen des Landes stellt. Es wird bereits über Neuwahlen im Sommer gemunkelt. Darüber hinaus könnte Staatspräsident Giorgio Napolitano erneut einen Technokraten einsetzen, der einen guten Ruf in Europa habe, berichtet die Zeitung "Corriere della Sera". Dieser würde eine Regierung des Präsidenten bilden.

Die Zinsen für italienische Zehnjahrespapiere steigen im Tagesverlauf recht deutlich um 18 Basispunkte auf 4,73 Prozent. Italien hat bereits vor vier Monaten den Reformweg verlassen. Es schält sich immer stärker heraus, dass die Italiener ihre Probleme durch einen Euro-Austritt am besten lösen könnten. In der Politik gibt es keinen Reformwillen. Das ist der große Unterschied zu Spanien.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Spaniens Zinsentwicklung dabei ist die italienischen zu unterbieten. Zehnjährige spanische Staatsanleihen rentieren mit 5,03 Prozent nur noch um 0,30 Prozent höher als italienische Schuldscheine. Anfang Februar belief sich die Differenz noch auf 1,23 Prozent. Seinerzeit lag Madrid mit 5,59 Prozent deutlich vor Rom mit 4,36 Prozent.