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28.03.13

Euro erholt nach ausbleibendem Massenansturm auf Banken

Am Devisenmarkt schlägt der Euro kurz vor Ostern versöhnliche Töne an. Die Gemeinschaftswährung klettert am Gründonnerstag auf 1,2187 Franken nach 1,2168 am Mittwoch. Der befürchtete Massenansturm von Sparern auf zyprische Banken bleibt aus. Nach knapp zweiwöchiger Schließung verläuft die Wiedereröffnung der Geldhäuser nach Plan. Die Angst vor einem Banken-Run in anderen Ländern Südeuropas schwindet.


"Die Gefahr eines europaweiten Bank Runs besteht latent, denn die Bankenwelt Südeuropas ist angeschlagen", sagte der Ökonom Hans-Werner Sinn der deutschen Zeitung "Welt am Sonntag". "Einige Länder und viele Banken sind eigentlich schon pleite und werden nur durch die Sonderkredite der Europäischen Zentralbank am Leben gehalten. Die Katastrophe ist schon längst eingetreten, aber die Öffentlichkeit verschließt die Augen davor", sagte der Chef des ifo-Instituts, während man in Brüssel das Rettungspaket für Zypern schnürte.

Vieles deutet auf eine Beruhigung der Schuldenkrise hin. So kann sich auch der Eurokurs zum Dollar erholen. Das Devisenpaar steigt von dem Viermonatstiefs des Vortages bei 1,2750 auf 1,2830. Italien bekommt von den Finanzmärkten über Ostern Zeit die schwierige Regierungsbildung voranzutreiben. Die Zinsen für italienische Zehnjahrespapiere sinken um 0,18 Prozent auf 4,76 Prozent. Zuvor gab es binnen weniger Tage ein Anstieg von 4,49 auf 4,86 Prozent.

Die Gefahr eines mögliche Banken-Run im Euroraum bleibt allerdings bei vielen Investoren im Hinterkopf. "Sobald ein Sturm auf die Banken erst einmal begonnen hat, macht es für alle Sinn, mitzumachen. Deshalb lässt er sich so schwer stoppen“, erklärt Mohamed al-Erian, Chef des weltgrößten Anleihefonds Pimco, im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung.