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06.02.13

Die Eurozone wird den Kurs des Euros nicht manipulieren…

…und ahmt die Schweiz nicht nach. Mit Deutschland ist ein Gezerre an dem Außenwert des Euros nicht zu machen. Eine Steuerung des Wechselkurses, wie sie der französische Präsident Francois Hollande am Dienstag bei einer Rede vor dem europäischen Parlament ins Gespräch gebracht hat, erteilt die deutsche Bundesregierung eine Absage.

Man sei grundsätzlich der Überzeugung, dass Wechselkurse die ökonomischen Fundamentaldaten widerspiegeln sollten. Flexible Wechselkurse seien am besten dazu geeignet, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert heute in Berlin. "Es ist die Überzeugung der Bundesregierung, dass er (der Euro) im historischen Vergleich nicht überbewertet ist."

Frankreich will zwar nicht einen ähnlichen Weg gehen wie die Schweiz, die seit mehr als einem Jahr über ihre Notenbank den Kurs des Schweizer Frankens steuert, um die Wirtschaft anzukurbeln. Hollande hat offenbar ein fixes Wechselkurssystem im Verbund der G7 Staaten im Hinterkopf. Das französische Unterfangen gilt als ungefähr so aussichtslos, wie die weltweite Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

Darüber hinaus ist das Gejammer der französischen Regierung über den angeblich hohen Euro falsch. Die Gemeinschaftswährung notierte im Sommer 2008 über 1,60 US-Dollar. Aktuell steht der Kurs bei 1,35 US-Dollar.

EZB-Chef Mario Draghi, wird morgen im Anschluss an die Sitzung des Zentralbankrates zu dem Thema Stellung beziehen müssen. Zu viel sollte man sich allerdings nicht versprechen. Draghi dürfte sagen, dass die Notenbank den Kurs des Euros grundsätzlich nicht kommentiere, ihr übermäßige Schwankungen missfalle und sie gemäß den Euro-Verträgen für flexible Wechselkurssysteme einstehe.