10.11.11

SNB lässt sich nicht bedrängen und doktert nicht am Eurokurs CHF

Der Eurokurs steht aktuell bei 1,2324 CHF. Damit kostet der Franken umgerechnet 0,8114 Euro. Die spielerische Leichtigkeit mit dem die Schweizerische Nationalbank (SNB) die EUR/CHF Kursentwicklung kontrolliert, weckt Begehrlichkeiten. Der Dachverband der Schweizer Wirtschaft, Economiesuisse, fordert eine Anhebung des Mindestkurses.

Am 6. September 2011 koppelte die SNB den Eurokurs an den Franken und fixierte eine Wechselkursuntergrenze bei EUR/CHF 1,2000. Seitdem haben die eidgenössischen Notenbanker sichergestellt, dass der Euro nicht mehr abrutschten kann wie im August 2011. Damals fiel die europäische Gemeinschaftswährung auf 1,0075 Schweizer Franken.

Analysten der UBS meinen, dass die zu der Verteidigung des Mindestkurses erforderlichen Deviseninterventionen vergleichsweise niedrig ausgefallen seien. Die Schweizer Großbank schätzt, dass die SNB im September 2011 ungefähr fünf Milliarden Franken aufwenden musste, um den Eurokurs über der Marke von 1,20 CHF zu halten.

Weihnachtsgeschenk

Die bisher äußerst erfolgreich verlaufenden Interventionen am Devisenmarkt hat die Schweizer Wirtschaft auf den Plan gerufen. Der Chef von Economiesuisse, Gerold Bührer, sagte, dass man sich über ein Weihnachtsgeschenk in Form einer Mindestkurs-Anhebung auf 1,30 sehr freuen würde. Der Schweizer Franken sei immer noch sehr stark und bringe Unternehmen in Schwierigkeiten.

Allerdings geben Notenbank-Beobachter einer solchen Erhöhung in diesem Jahr keine Chance. Die Schweizerische Nationalbank würde sich unglaubwürdig machen nach einer so kurzen Zeitspanne bereits den Mindestkurs anzuheben. Darüber hinaus sei ein solches Manöver extrem riskant, weil die Schuldenkrise im Euroraum weiterhin lodere und sich das Interventionsvolumen vervielfachen könnte.

Wahrscheinlicher erscheinen Anhebungen der Wechselkursuntergrenze im Sechs-Monats-Takt. So könnte die SNB im März 2012 den Mindestkurs auf 1,25 und im September 2012 auf 1,30 CHF anheben, wenn es der Euro bis dahin nicht schafft, aus eigener Kraft aufzuwerten.

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