09.11.11

Ab in den Keller mit dem Eurokurs, Halli Galli in Rom und Athen


Der Schweizer Franken profitiert von den unklaren Verhältnissen in Italien und Griechenland. Die beiden größten Sorgenkinder der Eurozone halten die Finanzwelt in Atem. Zwar kündigte Ministerpräsident Berlusconi seinen Rückzug an. Doch weiß niemand, was danach kommt. In Griechenland scheint der aussichtsreichste Kandidat für den Chefposten der Übergangsregierung, der Ex-EZB Vize Lucas Papademos, aus dem Rennen zu sein.

Die Sicherheit des Schweizer Franken steht wieder hoch im Kurs. Darunter leidet die europäische Gemeinschaftswährung, die in den letzten 24 Stunden von 1,2455 auf 1,2312 Schweizer Franken (-1,15 Prozent) sank. Die eidgenössische Währung kostet 0,8122 Euro. Unterdessen kann der US-Dollar gegenüber dem Franken weiter zulegen und klettert auf USD/CHF 0,9048.

Italienische Staatsanleihen straucheln im heftiger, was im Gegenzug zu steigenden Renditen der Schuldtitel führt. Der Zinskupon von zehnjährigen Staatsanleihen aus Italien kletterte auf sieben Prozent und erreichte ein Rekord. Das letzte Mal hatten die Zinsen für den italienischen Finanzminister vor der Euro Einführung im Jahr 1999 so hoch gelegen.

Die politische Unsicherheit ist auch an den Aktienmärkten zu spüren. Das Schweizer Börsenbarometer SMI fällt um -2,48 Prozent auf 5.584,28 Zähler. Der deutsche Aktienindex DAX markiert ein Tagestief bei 5.773,40 Punkten und liegt mit mehr als drei Prozent in der Verlustzone. Die sinkende Risikobereitschaft kommt normalerweise den Schweizer Franken zugute. Der Eurokurs kann regelmäßig steigen, wenn Investoren die Schuldenkrise mit größerer Gelassenheit sehen.

Neben den als besonders sicher geltenden deutschen- und schweizerischen Staatsanleihen, profitiert die Goldpreisentwicklung von den Chaos-Tagen in Griechenland und Italien. Der Goldpreis in Schweizer Franken klettert auf 1.621,79 CHF je Feinunze und ist kurz davor sein Rekordhoch bei 1.650,46 CHF vom 11. September 2011 zu überbieten. Im Euroraum kostet das gelbe Edelmetall 1.319,70 Euro je Feinunze bzw. 42,43 Euro pro Gramm und markiert ein Sieben-Wochen-Hoch.