5.9.16

Schweizer Notenbank lädt zu Währungsattacke auf Franken ein

Dem Euro widerfährt eine Kurskorrektur. Er fällt von 1,1001 auf 1,0925 Franken zurück und reißt auf dem 1-Stunden-Chart 50, 100, 150 und 200er Durchschnitt. Der Börsenexperte Marc Faber sagt: "Wir sind auf der Titanic. Im Vergleich zu vorangegangenen Finanzkrisen gibt es eine bedeutsame Änderung: Dieses Mal steuert die Schweiz und ihr Franken mit auf den Eisberg zu.


Noch liegen die vier Durchschnitte einigermaßen sauber sortiert übereinander. Sollte der EUR/CHF-Kurs also die Kurve kratzen und wieder über die Linien steigen, wäre das ein neues Kaufsignal. Das letzte Kaufsignal wurde am 25. August 2016 erzeugt, als der Euro über die 50er-Linie stieg und sich zugleich die 200er-Linie lehrbuchartig unter der 150er-Linie einsortierte.

"Ich nenne es Manipulationen. Privatleute würden mit solchen Aktionen im Gefängnis landen. Aber die Notenbanken erlauben sich das", sagt Faber im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die großen Notenbanken kaufen Anleihen, Währungen, auch Aktien, was in den Augen des Schweizers ein Unding ist. "Edelmetalle könnten sich gut entwickeln", so Faber.

Weil die Schweizerische Nationalbank (SNB) an vorderster Front mitinterveniert, leidet der Nimbus des Schweizer Frankens als sicherer Hafen. Die SNB hat ihre mit Euro-Stützungskäufen auf 615 Milliarden Franken aufgeblähten Devisenreserven in Staatsanleihen und Aktien recycelt. Käme es zu einem Aktien-Crash und/oder einem deutlichen Zinsanstieg, bei dem die Anleihekurse absacken würden, hätte die SNB ein Wertberichtigungsproblem.

Zu Jahresbeginn, als die Aktienkurse massiv einbrachen, ist schon ein Tropfen Schweizer Blut ins Wasser gefallen. Die Haie vom Devisenmarkt waren umgehend zur Stelle. Der Schweizer Franken wertete im Laufe des Börsenbebens von 1,08 auf 1,12 Franken je 1 Euro ab.

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