3.4.16

Wo stehen Euro, Europa und die Weltkonjunktur?

Erst knickt Europa ein, dann (wenn überhaupt) die USA. Die Finanzmärkte schwenken um. Zu Jahresbeginn sprach noch vieles für die US-Wirtschaft als Problemherd. Inzwischen sind die Europäer auf der Krisenskala an den Amerikanern vorbeigezogen. Der Euro ist so unbeliebt wie seit 14 Jahren nicht mehr. Die Auswirkungen für seinen Wechselkurs zum Schweizer Franken sind gravierend, wenn nicht sogar fatal.

Die stiefmütterlicher Behandlung europäischer Aktien ist ein klares Hinweis dafür, dass etwas nicht stimmt. Der Benchmark-Index für den Euroraum, der Euro Stoxx 50, sank im 1. Quartal 2016 von 3.165 Zähler auf 2.984 Punkte (-5,72%). Dem Dow Jones gelang hingegen trotz Börsenbeben zu Jahresbeginn ein Anstieg von 17.149 Punkte auf 17.685 Zähler (+3,13%).

"Die fundamentalen Daten der Wirtschaft weltweit zeigen tendenziell nach unten und dieser Trend wird auch in den kommenden Wochen voraussichtlich anhalten", zitiert "Börse Online" den Marktstrategen Christian Jasperneite von MM Warburg.


Die Welt liebt den US-Dollar und verachtet den Euro. Der Anteil des Euros an den weltweiten Devisenreserven sank Ende 2015 auf 19,9%, wie eine aktuelle Erhebung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigt. So unbeliebt war der Euro zuletzt bei seiner Bargeldeinführung 2002, als er wenig bekannt war und keinerlei Reputation hatte.

Als Mario Draghi das Ruder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) im Oktober 2011 übernahm, kam der Euro noch auf einen Anteil von 25,3%. Seinerzeit lag der US-Dollar bei 61,9%. Inzwischen sind es 64,1%. Die Aufstockung der weltweiten Dollarbestände zu Lasten des Euros ist ein Indiz dafür, dass Euroland mit seiner Billiggeld-Politik auf dem Holzweg ist.

Fazit:
Als der Eurokurs im Oktober 2007 auf sein Allzeithoch bei 1,68 Franken stieg, kam er auf ein Anteil an den weltweiten Devisenreserven von 26%. Aktuell liegt er bei 1,09 und 20%. Solange die Währungs-Manager den Euro aus ihren Depots schmeißen, dürfte eine Trendwende hin zu einem deutlich höheren EUR/CHF-Kurs nicht möglich zu sein.

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