25.02.15

Euroland ist zurück! Franken muss sich warm anziehen

Ein Comeback der italienischen Wirtschaft sowie das bei zentralen Konjunkturdaten weit vorne liegende Deutschland tragen dazu bei, dass es sich bei der Aufwertung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken nicht um eine Eintagsfliege handelt. 1 Euro besitzt aktuell einen Gegenwert von 1,08 Franken. Würden die in Frankreich regierenden Sozialisten nicht nur über Reformen reden, sondern sie in die Tat umsetzen, wäre der Euro-Franken-Kurs wahrscheinlich schon über 1,10.

Nach drei Jahren tiefer Rezession gibt es in Italien wieder Wirtschaftswachstum. Die Reformen der Renzi-Regierung beginnen zu wirken. Eckpfeiler sind neue Regelungen auf dem Arbeitsmarkt. Der rigide Kündigungsschutz wurde kassiert. Mit neuen, flexibleren Verträgen für Festanstellungen will Renzi nach eigenen Aussagen den Unternehmen das letzte Alibi für die Weigerung zur Schaffung neuer Arbeitsplätze nehmen.

Die Auftragseingänge in der italienischen Industrie sind zuletzt deutlich stärker gestiegen als von Analysten prognostiziert. Sollte als nächstes noch die Binnenkonjunktur anspringen, weil mehr junge Leute einen Job finden, könnte die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone den Abstand zu Deutschland verringern.


Dank einer rekordhohen Beschäftigung erwirtschaftete der deutsche Staat 2014 ein Haushaltsplus von rund 18 Milliarden Euro. Wegen des weichen Euros zum Dollar, der der deutschen Exportwirtschaft ungemein hilft, höheren Tarifabschlüssen, einem boomenden Immobilienmarkt und Verbrauchern in Shopping-Laune, winken der größten Volkswirtschaft Europas Wachstumsraten von zwei Prozent. Es könnte sogar mehr werden. Bei einer Beruhigung der Ukraine-Krise dürfte sich das Wachstum beschleunigen.

Das meiste ungenutzte Wachstumspotential schlummert in Frankreich. Die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas könnte deutlich mehr als um die von der EU-Kommission veranschlagten 1,0 Prozent (2015) und 1,8 Prozent (2016) wachsen, würde die französische Regierung so reformieren wie Italien. Spanien, der Nummer vier in der Eurozone, trauen einige Ökonomen in diesem Jahr sogar ein Wachstum von bis zu drei Prozent zu.

Fazit:
In Anbetracht einer neuen Wachstumsdynamik in der Eurozone könnte der Wechselkurs des Euros sehr viel schneller auf 1,20 Franken zurück kehren, als bislang erwartet.

EUR/CHF Prognosen:
Aus dem Nähkästchen der weltgrößten Devisenhändler