08.12.14

Spekulanten verschieben Machtprobe mit Mindestkurs

Der Euro kann sich ohne die Hilfe der Schweiz über 1,2000 Franken halten. Ein rapider Anstieg der Konjunkturerwartungen im Euroraum untermauert das neue Selbstbewusstsein der Gemeinschaftswährung, welches auch von sinkenden Schweizer Einzelhandelsumsätzen gespeist wird. Aktuell steht der Eurokurs bei 1,2028 Franken. Grenzgänger bekommen für 1 Franken umgerechnet 83,14 Euro-Cents.

Dass es derzeit keine Machtprobe von Spekulanten mit dem Mindestkurs gibt, dürfte auf den drittstärksten Anstieg der Konjunkturerwartungen seit zwölf Jahren zurückzuführen sein. Der von dem Marktforschungsinstitut sentix erhobene Index für den Euroraum kletterte von -11,9 Punkte im November auf -2,5 Zähler im Dezember. Der Teilindex zu den den Konjunkturerwartungen preschte von -2,0 Punkten auf 12,0 Punkte vor.

"Nur im August 2005, unmittelbar vor den damaligen Neuwahlen in Deutschland, und im Februar 2012, kurz vor Durchführung des zweiten LTROs durch die EZB, kam es zu stärkeren Aufhellungen der Perspektiven", erklärt der sentix-Experte Dr. Sebastian Wanke. "Damit steht die sentix-Konjunkturuhr für Euroland nun auf Aufschwung!"

Schwächere Schweiz

Die Schweiz wird von einer schwachen Entwicklung der Einzelhandelsumsätze eingeholt. Sie legten im Oktober 2014 lediglich um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu, teilte das Bundesamt für Statistik heute in Neuchâtel mit. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,9 Prozent gerechnet.

Charttechniker geben grünes Licht für den Euro, sobald die Gemeinschaftswährung einen Widerstand bei 1,2030 Franken überspringt. Die dadurch entstehende Aufwärtsdynamik könnte dazu führen, dass  Widerstände bei 1,2070, 1,2120, 1,2175 und 1,2230 ohne größere Probleme überwunden werden. Es wäre Platz für einen Anstieg auf das Hoch vom 8. Januar 2013 bei 1,2395.

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