14.11.14

EUR/CHF schielt immer stärker auf den Mindestkurs

Weil der Euro auf 1,2013 Franken sinkt, fehlt nur noch ein Wimpernschlag bis zum Mindestkurs. Die großen Volkswirtschaften der Eurozone sind ein konjunktureller Totalausfall. Demnach hat die Gemeinschaftswährung allen Grund gegenüber dem Schweizer Franken auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren abzutauchen. Hilfe könnte der EUR/CHF nun ausgerechnet aus Frankreich bekommen.

Italien steckt erneut in einer Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im dritten Quartal 2014 um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Wirtschaft schrumpfte bereits im Frühjahr um 0,2 Prozent. Deutschland schrammt haarscharf an einer Rezession vorbei. Die einstige Wachstumslokomotive schaffte nur ein Plus von 0,1 Prozent. Eine Rezession, die zwei aufeinander folgende Quartale negativen Wachstum erfordert, wird aber vermieden.

Frankreich ist der neue Hoffnungsschimmer. So legte das französische BIP im dritten Quartal überraschend um 0,3 Prozent zu. Analysten hatten lediglich ein Plus in der Größenordnung Deutschlands erwartet. Sollte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone nach Jahren der Stagnation nun auf Trapp kommen, wäre das ein positives Signals für den EUR/CHF.

Mindestkurs

"Wenn die SNB gezwungen wäre, die Untergrenze noch vor der Abstimmung zu verteidigen, würden diese Devisenkäufe den Befürwortern der Initiative in die Hände spielen", sagt Ursina Kubli, Volkswirtin bei der Schweizer Bank Sarasin, im Gespräch mit cash.ch

Weiterlesen: Greift die SNB zum Notnagel Dirty Floating?

Neben den überwiegend schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone nagt die Lage ungarischer Fremdwährungskreditnehmer an der Haltbarkeit des Mindestkurses. "Wir schätzen, dass (ungarische) Banken 6-7 Milliarden Euro gegen den Franken verkauft haben", zitiert Reuters Jonathan Webb von der US-Investmentbank Jeffries.

Zum Thema:
EUR/CHF-Absturz Resultat von Orbáns Zwangskonvertierung