08.10.14

Mindestkurs wegen Goldinitiative in akuter Gefahr

Der Euro-Mindestkurs bei 1,20 Franken ist bedroht. Hintergrund ist eine am 30. November 2014 stattfindende Volksabstimmung über die Höhe der Schweizer Goldreserven. Die Annahme der Goldinitiative sei mit dem Fortbestand des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken unvereinbar, sagt die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.


"Diesen (den Mindestkurs, Anm.d.Red.) zu halten, wäre praktisch unmöglich", erklärte Widmer-Schlumpf im Gespräch mit cash.ch. "Der Handlungsspielraum der SNB würde stark eingeschränkt werden."

Am Devisenmarkt ist der Euro gegenüber dem Schweizer Franken aktuell im Aufwind. Die Gemeinschaftswährung notiert bei 1,2130 Franken, nachdem sie vor einer Woche auf ein Tief bei 1,2052 sank. Die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Berner Regierung so lang herbeigesehnte Abwertung des Frankens könnte bald schon wieder hinfällig werden.

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Eine von der Schweizer Volkspartei (SVP) ins Leben gerufene Initiative "Rettet unser Schweizer Gold" fordert, dass die SNB künftig 20 Prozent ihrer Anlagen in Gold halten muss. Zuletzt hielt die Nationalbank lediglich 7,5 Prozent. Um die 20 Prozent zu erreichen, müsste sie Gold im Wert von 60 Milliarden Franken zukaufen.

Sollten die Schweizerinnen und Schweizer die Goldinitiative annehmen, müsste die Nationalbank ihre Gold- und Devisenreserven stark umschichten, so dass eine effektive und saubere Verteidigung des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken kaum mehr möglich wäre.