21.10.14

Euro-Lethargie löst sich mit Goldinitiative am 1. Advent

Die Goldinitiative lähmt den Wechselkurs EUR/CHF. Bis das Thema vom Tisch ist, könnte die Gemeinschaftswährung geprägt von lethargischen Bewegungen unter 1,21 Franken bleiben. Am 1. Advent darf man dann mit einem Ausbruch rechnen.

Am 30. November 2014 stimmt die Schweiz über die Goldinitiative ab. Sollte das etwas komplizierte Konstrukt, wonach die Schweizerische Nationalbank (SNB) künftig 20 Prozent ihrer Aktiva in Gold anlegen muss, angenommen werden, wäre der Mindestkurs hinfällig, warnt die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.

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Die Schweizer Finanz- und Wirtschaftselite läuft gegen das von der Schweizer Volkspartei (SVP) lancierte Referendum Sturm. Die Goldinitiative würde die Möglichkeit der SNB, das verfassungsmäßige und gesetzliche Mandat zur Schaffung von stabilen Preisen wahrzunehmen, massiv beschneiden, sagt SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine.

"Nach unseren Berechnungen müsste die SNB bei Annahme der Initiative Gold im Gegenwert von knapp 70 Milliarden Franken nachkaufen. Das entspräche immerhin etwa 70 Prozent einer Jahresproduktion des gelben Metalls", rechnet Bruno Gisler, Chefökonom der Zürcher Finanzgruppe Aquila, vor.

Die Chancen für ein Ja zur Goldinitiative dürften kleiner sein, als bei der Abstimmung zur Unabhängigkeit Schottlands. Es gibt keinen renommierten Finanzexperten oder Akademiker in der Schweiz, dessen Wort in der Öffentlichkeit Gewicht hat, und der zur Annahme der Goldinitiative rät. Selbst einige SVP-Politiker äußerten sich zuletzt negativ gegen den Vorstoß aus den eigenen Reihen.

Fazit:
Wenn die Goldinitiative am 1. Advent abgelehnt wird, sollte es zu einer kleinen Erleichterungs-Rallye des Euros gegenüber dem Schweizer Franken kommen. Zweifel an dem Willen und der Fähigkeit der SNB den Mindestkurs bei 1,20 zu verteidigen, wären ausgeräumt.