31.07.14

Fed-Polizistin Yellen verbietet dem Franken aufzuwerten

Argentinien stürzt mal wieder in die Staatspleite. Der russischen Wirtschaft dürfte wegen neuer Sanktionen eine Rezession nicht erspart bleiben. Hinzu kommen geopolitische Konflikte in der Ost-Ukraine und dem Nahen Osten. An dem Schweizer Franken perlt alles ab. Die Krisenwährung ist nicht gefragt. Sie lässt sogar Federn, während die Fed bereits den nächsten Coup plant.


Der Eurokurs ist für seine Verhältnisse zuletzt recht deutlich gegenüber dem Schweizer Franken gestiegen. Charttechniker verweisen auf zwei "weiße (Anstiegs-) Kerzen". Auch sprang die Kursentwicklung in den letzten Stunden über die 50-Tage-Linie. Aus technischer Sicht spricht nun alles für eine Zunahme des Euros über 1,22 Franken.

Argentinien rutscht nach 13 Jahren erneut in die Staatspleite, nachdem Verhandlungen mit so genannten "Geierfonds" scheiterten. Die Fonds halten nach US-Recht ausgegebene Staatsanleihen, die vor der ersten Staatspleite platziert worden waren. Sie pochen auf deren 100-prozentige Auszahlung.

"Die Sanktionen spürt Russland sofort", sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, im Gespräch mit dem Nachrichtenkanal n-tv. Aber auch die sich eintrübenden Geschäftsperspektiven in Russland sind für den Euro kein Grund die Tiefs vom Mai 2014 bei 1,2103 Franken zu testen.

Der Schweizer Franken als sicherer Hafen scheint an den Finanzmärkten derzeit überflüssig wie ein Kropf. Dahinter dürfte das Kalkül der Notenbanken, allen voran der Fed, stecken. Sie schaffen ein massives Überangebot an Zentralbankgeld und finden immer neue Gründe, um so lange wie irgendwie möglich an diesem System festzuhalten.

Fed-Chefin Yellen stellte sich trotz einer Arbeitslosenrate von 6,1 Prozent, einer Wachstumsrate im zweiten Quartal von vier Prozent sowie einer Inflation von zwei Prozent jeglicher Straffung der Geldpolitik gestern erneut in den Weg. Es scheint, als wolle sie die Zinsen bis in den nächsten Abschwung hinein bei 0-0,25% halten, um sodann unverzüglich mit neuen Käufen von Staatsanleihen loszulegen.