21.07.14

Euro wittert trotz vielen Zweiflern Morgenluft zum Franken

Eigentlich hätte der Euro schon längst auf 1,20 Franken fallen müssen. Wegen der lockeren EZB-Geldpolitik wäre die SNB bald gezwungen den Mindestkurs zu verteidigen, sagt Jennifer McKeown von Capital Economics in London. Auch die geopolitischen Spannungen sprechen für einen stärkeren Franken. Umso verblüffender ist es, dass der Euro gerade jetzt Boden gutmacht.

Das sei alles bereits eingepreist, meinen viele Marktbeobachter in Bezug auf die 700 Milliarden Euro Geldwand der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie den kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine und dem Gaza-Streifen. Die Musik für das Nebenwährungspaar Euro-Franken (EUR/CHF) werde in den USA gemacht. Dort kommt der Schweizer Franken gerade unter Verkaufsdruck.

So kletterte der US-Dollar am Freitag zum ersten Mal seit einem Monat wieder über die Marke von 0,90 Franken. Die Kurshistorie der vergangenen Jahre zeigt, dass es einen stärkeren Dollar zum Franken braucht, damit es beim Euro-Franken-Kurs nach oben gehen kann. Der Euro stieg im Januar 2014 auf 1,2395 Franken bei einem USD/CHF-Kurs von 0,9156. Im Mai 2013 war 1 Euro bis zu 1,2650 Franken wert bei einem USD/CHF-Kurs von 0,9838.

Yellen flirtet

Aus charttechnischer Sicht könnte es nun beim USD/CHF zu einer bahnbrechenden Entwicklung kommen. Weil die US-Notenbank Fed früher als bisher gedacht die Geldpolitik straffen dürfte, hat sich in den letzten Handelstagen etwas getan. So ist der Dollar-Franken-Kurs am Tag von Yellens Flirt mit Zinserhöhungen wie ein heißes Messer durch Butter durch die 50-Tage-Linie und die 200-Tage-Linie gegangen.

Amerikas Zinswende und eine Zunahme der zuletzt auf Rekordtiefs zurückgegangen Währungsschwankungen wären demnach das Anstiegsrezept, sowohl für den USD/CHF als auch für den EUR/CHF.

Die Volatilität, also das tägliche Auf und Ab zwischen dem Euro, dem Dollar, dem Franken und vielen anderen Währungen, ist niedrig wie lange nicht mehr. Dies dürfte sich nach dem Sommer ändern. Losgehen könnte es nach dem Tag der Arbeit, der in den USA traditionell auf den 1. September fällt und ein Symbol für das Ende der Urlaubszeit ist.

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